Vom russischen Autor Fjodor Dostojewski stammt das Zitat: "Bargeld ist geprägte Freiheit." Diese Freiheit scheint in Europa immer wieder in Gefahr zu sein, berichtet Markus Richert, Berater bei Portfolio Concept Vermögensmanagement in Köln. "Seit Jahren mehren sich die Stimmen, die für den bargeldlosen Zahlungsverkehr und die vollständige Abschaffung von Bargeld plädieren", sagt er. "Nachdem die großen Notenbanken eine fast sozialistisch anmutende Planwirtschaft bei den Zinsen eingeführt haben, erscheint vielen dieser Schritt nur konsequent."

Ein Bargeldverbot würde wohl illegalen Machenschaften wie dem Drogenhandel, der Schwarzarbeit und dem internationalen Terrorismus die finanzielle Grundlage entziehen. Auch Transaktionskosten würden minimiert, weil Bargeldhaltung stets mit Kosten verbunden ist – vor allem in Form entgangenen Investmentgewine. "Viele vermuten jedoch, dass es bei der Diskussion um ein Bargeldverbot um etwas ganz anderes geht", so Richert.

Seine Einschätzung: "Die Sparer fliehen vor der eigenen Enteignung ins Bargeld." Das sei die einzige Möglichkeit, sich dem Geldsystem der Notenbanken zu entziehen. "Damit unterlaufen die Anleger jedoch die Politik der EZB", erklärt der Vermögensprofi.

Bares ist nicht immer Wahres
Letztlich ist die Diskussion um ein Bargeldverbot eine Scheindebatte. Denn Bargeld bietet nur eine scheinbare Sicherheit, sagt Richert. "Es beruht auf einer gesellschaftlichen Verabredung, die letztlich auf Glauben und Hoffen basiert. Bargeld ist nichts weiter als gedrucktes Papier." Wahre Werte sind Sachwerte, stellt der Vermögensberater klar.

Sachwerte wie Immobilien sind Wirtschaftsgüter mit einem hohen Gebrauchswert, der unabhängig von Geldwertschwankungen ist. Die höchsten Gebrauchswerte finde man bei Aktien, so Richert. Er ist überzeugt: "Wirklich frei ist nur der Aktienbesitzer." (fp)