Der Chef von Tesla und SpaceX hat in den vergangenen Tagen mit dafür gesorgt, dass der Bitcoin auf Tauchkurs gegangen ist. Erst hatte er den Wert der Kryptowährung in die Höhe getrieben mit Ankündigungen wie jener, dass der E-Auto-Hersteller neuerdings Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiere. Dann folgte die Wende: Tesla möge Bitcoin doch nicht mehr, weil das digitale Schürfen der Münzen zu viel Energie verbrauche (was eigentlich vorher schon bekannt war). Die Folge: Der Kurs fiel.

Zahlreichen Asset Managern ist Musks Spiel mit der weltgrößten Digital-Devise ein Dorn im Auge – jedenfalls dann, wenn der Unternehmer mal wieder den Kurs auf in den Keller schickt. Dabei könnten sie ihm gerade dann dankbar sein, sagt Uwe Zimmer, Geschäftsführer von Z-Invest in Köln. Schließlich sorgt Musk so dafür, dass es immer wieder Kaufkurse gibt.

Fragt man sich, wie eigentlich ein realistischer Kurs aussehe, sollte man Kryptowährungen einmal als Anlageklasse und einmal als Mittel zu einem bestimmten Zweck anschauen, rät Zimmer. Dieser Zweck muss nicht unbedingt eine Bezahlfunktion sein. Mehr noch als wegen ihrer Nützlichkeit waren Kryptos zuletzt allerdings als Anlageobjekt beliebt – "wahlweise als unkorrelierte Anlageklasse zur Risikostreuung, als sicherer Hafen neben Gold für die Wertaufbewahrung oder auch als interessante Alternative zu klassischen Risikoassets", sagt Zimmer. "In der Funktion als Anlageklasse haben Kryptos eine stattliche Zahl Anleger sehr glücklich gemacht."

Kryptos sind kein Kinderspielzeug
Die Zahl der Finanzinstitutionen, die sich mit Kryptowährungen beschäftigen, steigt rasant, nicht zuletzt wegen der zwischenzeitlich extrem hohen Kursgewinne. "JP Morgan, Blackrock, Credit Suisse, Axa: Alle haben Strategien und Ideen für eine Welt mit Kryptowährungen aufgebaut, bieten sie ihren Kunden an oder nehmen gleich Zahlungen darin entgegen", sagt der Vermögensprofi. "Hier entsteht die Nachfrage, hier werden jetzt die Entscheidungen getroffen. Also von Erwachsenen, die die Streiche eines Elon vielleicht amüsant, vielleicht nervig finden, sich aber bestimmt nicht auf Dauer davon beirren lassen." (fp)