Anlagechefin sieht Fed "hinter der Kurve"
Der neue Fed-Chef Kevin Warsh konnte die Märkte bislang nicht beeindrucken, sagt Karin Kunrath von Raiffeisen Capital Management. Im Fokus steht nun der kommende Fed-Zinsentscheid.
Für Kevin Warsh hat sein Job als Chef der US-Notenbank Fed mit einigen Herausforderungen begonnen. Die machen seine Aufgabe, Souveränität und Entschlossenheit in der Zinspolitik zu vermitteln, komplexer als ursprünglich gedacht, sagt Karin Kunrath, Anlagechefin bei Raiffeisen Capital Management.
Mehrere Faktoren erschweren die Geldpolitik
Kunrath nennt als Problem die schon länger bestehende Inflation, die durch den Iran-Krieg und die ungewisse Entwicklung des Konflikts verschärft wird. Aber das sei nur ein Faktor: "Auch die US-Wirtschaft zeigt sich trotz der geopolitischen Einflussfaktoren weiterhin robust, und der Arbeitsmarkt – die zweite Komponente des Dual-Mandats der Fed – weist keine Anzeichen von Schwäche auf." Der Markt habe zudem die Aussagen Warshs zur Entschlossenheit der Fed als zu zögerlich ausgelegt. Die Folge war der weitere Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen.
Zinsentscheid rückt in den Fokus
Diese nicht wünschenswerte Konstellation muss sich ihrer Meinung nach früher oder später auflösen, indem entweder die Inflation bald wieder abkühlt oder die Notenbank nachholen muss, was der Markt über die Renditeentwicklungen bereits vorweggenommen hat. Beim jüngsten Notenbankertreffen in Jackson Hole habe Warsh zwar neuerlich ein klares Bekenntnis zur Inflationsbekämpfung abgegeben, aber erwartungsgemäß keine konkreten zinspolitischen Ankündigungen gemacht. Das könnte sich jedoch bei der Zinsentscheidung am Mittwoch (16.9.) schon ändern. Taktisch setzt Kunrath weiterhin eher auf Aktien als Anleihen. (jh)












