Wer im Asset Management erfolgreich sein möchte, sollte mit seiner Anlagestrategie eine gute Entwicklung erzielen. Um das zu erreichen ist entscheidend, wann Vermögensverwalter in den Beruf einsteigen, sagt Guy Wagner, Anlagechef bei Banque de Luxembourg Investments (BLI). Ein Beispiel Wagners: "Zwischen Mitte 1982 und Anfang 2000 steigerte der S&P 500 seinen Wert um den Faktor 15 und kletterte von 100 auf 1.500 Punkte. Im selben Zeitraum sanken die Zehnjahreszinsen von über 13 auf unter fünf Prozent. Unter diesen Umständen war es eher schwer, kein Geld zu verdienen."

Derzeit sei es allerdings genau umgekehrt. Die Marktsituation ist laut Wagner angespannt. So könne bei größeren Veränderungen des Inflationsniveaus Angst vor einer rasanten Inflation oder Deflation ausbrechen. Zusätzlich kehrt sich die Entwicklung zum freien Welthandel um. Statt weniger Zöllen gibt es wieder mehr. Und die Babyboomer werden laut Wagner die erste Generation seit dem Zweiten Weltkrieg sein, die weniger Vermögen als ihre Eltern hat und in der Rente wahrscheinlich auf Erspartes zurückgreifen muss.

Ein zentrales Element, das heutzutage in der Beziehung zwischen Kunden und Anlageverwaltern fehle, sei das Vertrauen. Zum Teil sei das nachvollziehbar, räumt Wagner ein: "Viele Anlageverwalter haben sich in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert, und gewisse Skandale, die in den Medien sehr präsent waren, haben der Branche geschadet." Dass die weitaus meisten Anlageverwalter sich darum bemühten, im Interesse ihrer Kunden zu handeln, sei dabei in Vergessenheit geraten.  

Hoher Bedarf an guten Vermögensverwaltern
Letztendlich scheine das goldene Zeitalter des Asset Managements vorbei zu sein. Vor diesem Hintergrund ist laut dem BLI-Anlagechef ein Einstieg ins Asset Management derzeit nicht ratsam. "Ein junger Mensch, der heute diese Laufbahn einschlägt, wird in 20 Jahren nicht unbedingt sagen können, dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort war."

Oder vielleicht doch? Zumindest sind einige Grundlinien laut Wagners Beobachtung weiter intakt. Der Aufbau von Sparvermögen zur Vorbereitung auf die Zukunft beispielsweise sei noch immer genauso unentbehrlich wie eh und je. Wer sich also der Herausforderung stellt, könne sich seinem Asset-Management-Job gewiss sein: "Der Bedarf an hochwertiger Vermögensverwaltung war noch nie so groß wie zurzeit", schlussfolgert Wagner. (fp)