Angebliche Iran-Gespräche lösen Trendwende an den Märkten aus
Immer weiter steigende Ölpreise hatten die Aktienmärkte am Montagmorgen erneut absacken lassen, der Goldpreis brach regelrecht ein. Nun berichtet Donald Trump von "sehr guten Gesprächen" mit dem Iran – und die Vorzeichen an den Börsen drehen sich um. Der Iran weiß von solchen Gesprächen aber nichts.
Donald Trump hat angekündigt, Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur und Kraftwerke nach Beginn von Gesprächen mit dem Iran zur Beendigung des Krieges für fünf Tage auszusetzen. Beide Seiten hätten "sehr gute und produktive Gespräche über eine vollständige und umfassende Lösung unserer Feindseligkeiten im Nahen Osten" geführt, schrieb der US-Präsident am Montagmittag (23.3.) mitteleuropäischer Zeit in den sozialen Medien. Die Aussetzung der Angriffe hänge vom Erfolg der laufenden Treffen und Gespräche ab.
Nach Trumps Äußerungen brach der Ölpreis um mehr als elf Prozent ein. Die Ankündigung kam überraschend, da zuvor die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts gewachsen war. Auch die Aktienmärkte drehten ins Plus. Der Dax, der zeitweise 2,3 Prozent im Minus gelegen hatte, schaffte es nach dem Trump-Kommentar 3,6 Prozent ins Plus. Der Goldpreis, der am Montagmorgen um zeitweise 8,8 Prozent abgestürzt war, erholte sich ebenfalls.
Der Iran dementiert, dass es Gespräche gab
Wenig später schwand ein Teil der Kursgewinne wieder angesichts einer Mitteilung des Irans, dass es keine Gespräche gegeben habe. Trumps Kommentar sei Teil psychologischer Kriegsführung, schrieb die iranische Nachrichtenagentur "Tasnim".
Trump hatte dem Iran eine Frist bis Montagabend New Yorker Zeit gesetzt, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Andernfalls würden die USA und Israel mit Bombardierungen iranischer Kraftwerke beginnen. Der Iran hatte im Gegenzug angekündigt, Energie-, IT- und Wasserinfrastruktur in der gesamten Region anzugreifen. Das israelische Militär erklärte zuvor, es greife iranische Infrastruktur an, ohne dies näher zu spezifizieren.
Energiepreisanstieg lässt Inflationssorgen aufkeimen
Der Iran setzte seine Vergeltungsangriffe gegen Israel und Golfstaaten fort. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien meldeten Drohnen- und Raketenangriffe, allerdings ohne Berichte über größere Einschläge. Zugleich erklärte der Iran, er werde im Falle weiterer Angriffe auf seine Küste den "gesamten Persischen Golf" verminen, wie der Nationale Verteidigungsrat des Landes am Montag mitteilte.
Die faktische Schließung der Straße von Hormus und Angriffe auf Energieanlagen haben die Preise für Öl und Gas in die Höhe getrieben. Gleichzeitig wachsen die Sorgen vor Folgewirkungen auf die Inflation und vor Störungen der Nahrungsmittelversorgung. Bislang wurden mehr als 4.200 Menschen getötet.
Zentrale Energieanlagen beschädigt
Vor Trumps Äußerungen am Montag hatten sich die Verkäufe an den Aktien- und Anleihemärkten verstärkt. Israelische Luftangriffe auf ein wichtiges iranisches Gasfeld in der vergangenen Woche lösten eine Welle von Vergeltungsmaßnahmen aus. Zentrale Energieanlagen der Region wurden beschädigt, darunter Katars große LNG-Anlage in Ras Laffan. (Bloomberg/fp)















