Europäische Aktien mit kleiner Marktkapitalisierung haben im aktuellen Marktumfeld großes Aufholpotenzial, sagte Tobias Kastenhuber, Leiter Aktienanalyse bei der Boutiquenplattform Squad Fonds, auf der "Fondsgipfel"-Konferenz am Mittwoch (26.11.) in Frankfurt. 

Aktuell sei die Bewertungsdiskrepanz zwischen US- und europäischen Aktien historisch hoch, sagte Kastenhuber. So seien amerikanische Werte derzeit rund 60 Prozent teurer als europäische, während der Aufschlag im langfristigen historischen Durchschnitt nur etwa 25 Prozent betragen habe. Europa und UK seien aktuell die günstigsten Märkte weltweit. 

Nebenwerte profitieren von US-Unsicherheit
Kastenhuber sieht mehrere Gründe, die eine Rückkehr der relativen Bewertungen europäischer Small Caps zu ihrem langjährigen Durchschnitt auslösen könnten. So führe die politische Unsicherheit in den USA zu einer Umschichtung von Kapital aus den USA nach Europa. Die Eigenschaft von Small Caps, weniger global aufgestellt zu sein als Large Caps, werde angesichts der US-Zollpolitik zum Vorteil, so Kastenhuber. 

Internationale Investoren greifen zu
M&A sei ein weiterer Katalysator. Internationale strategische und Private-Equity-Investoren kauften aktuell europäische Small Caps. Bei solchen Transaktionen würden Unterbewertungen aufgedeckt. Ereignisse wie ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs könnten das Sentiment internationaler Investoren gegenüber dem europäischen Markt weiter verbessern. 

Strukturelle Wachstumstrends
Im Small-Cap-Fonds Squad Growth wird versucht, günstig bewertete europäische Nebenwerte zu identifizieren, die von strukturellen Wachstumstrends profitieren, mit Unternehmen aus den Sektoren IT-Service/Software, Halbleiter, Gesundheit und Food Tech/E-Commerce. (dv)