Die Konjunktur hielt zuletzt immer wieder neue Überraschungen für Anleger bereit. Zum Beispiel hatten wohl die wenigsten damit gerechnet, wie hoch die Inflation ausgefallen ist – und wie gering das Wirtschaftswachstum. Wie die Anlageklassen Gold, Aktien und zehnjährige Staatsanleihen in den vergangenen Jahren auf unerwartete Daten wie diese reagiert haben, hat Sven Lehmann, Fondsmanager bei HQ Trust, dem Family Office der Industriellenfamilie Harald Quandt, analysiert.

Dafür wertete er zwei "Überraschungsindizes" aus: den Citigroup Economic Surprise Index und den Citigroup Inflation Surprise Index. Beide Barometer messen, inwiefern die tatsächliche Entwicklung mit den Prognosen übereinstimmt. Ist der Index im positiven Terrain, lag die tatsächliche Entwicklung oberhalb der jeweiligen Prognose – und umgekehrt.

Hohe Inflation, enttäuschende Konjunktur? Da kann Gold punkten
Das Ergebnis: "In einem Umfeld mit überraschend hoher Inflation und überraschend schwachen Wirtschaftsdaten schlug sich in der Vergangenheit Gold am besten", fasst Lehmann zusammen. "S&P 500 und die zehnjährigen Treasuries lagen mit rund sechs Prozent Plus gleichauf, doch für Aktien war es das schlechteste Ergebnis der vier Kombinationen." Gemeint sind unterschiedliche Kombinationen aus positiven oder negativen Überraschungen in Sachen Inflation und Wirtschaft.

Wie sich Aktien, Gold und Anleihen in den zwölf Monaten nach überraschend hohen und niedrigen Konjunktur- oder Inflationsdaten konkret verhalten haben, sehen Sie in der Bilderstrecke oben. Die Grafiken zeigen die durchschnittliche Entwicklung der Anlageklassen in den nachfolgenden zwölf Monaten auf US-Dollar-Basis in Abhängigkeit von den Überraschungsindizes der Citibank. (fp)