Viele Investoren, die vom aktuellen KI- und Technologie-Boom profitieren möchten, setzen auf ein Indexinvestment in den Nasdaq 100. Schließlich gilt dieser Index bei vielen Anlegern als Inbegriff des Tech-Sektors. Doch diese Annahme ist ein weit verbreiteter Irrtum, sagt HQ-Trust-Analyst Pascal Kielkopf.

Weit mehr als Tech
In seiner Untersuchung nimmt der Kapitalmarktanalyst die Sektor-Zusammensetzung des Nasdaq 100 im Vergleich zum marktbreiten S&P 500 unter die Lupe. Das Ergebnis: Neben bekannten Tech-Riesen wie Apple, Microsoft und Nvidia finden sich hier auch Unternehmen aus Bereichen wie Gesundheit, Konsum oder Industrie. In der Analyse zeigt Kielkopf zudem, welche Branchen im Nasdaq 100 über- oder untergewichtet sind.

Im Vergleich mit dem S&P 500 ist demnach der Anteil der Tech-Aktien im Nasdaq 100 zwar deutlich höher, allerdings beträgt er auch hier nur 56 Prozent. Neben der Tech-Branche sind im Nasdaq 100 auch Aktien aus weiteren zehn Sektoren vertreten. "Auf jeweils mehr als zehn Prozent Indexanteil kommen die Unternehmen aus der Kommunikationsbranche und dem zyklischen Konsum, was vor allem an den Aktien von Netflix, Amazon und Tesla liegt", sagt Kielkopf.

IBM, Oracle & Co. fehlen
Zudem gibt es Technologieaktien, die nicht im Nasdaq 100 sind: So fehlen bekannte Tech-Konzerne wie IBM, Oracle, HP Inc. oder Motorola Solutions, die nur an der NYSE notiert sind.

Anlegern rät Kielkopf: "Wer gezielt auf Technologie setzen möchte, sollte sich bewusst sein, dass der Nasdaq 100 zwar Tech-lastig ist, aber nicht nur aus Technologieunternehmen besteht. Zudem fehlen hier einige große Namen." Für ein reines Tech-Investment sei ein Sektor-ETF, etwa auf den S&P 500 Technologie, womöglich besser geeignet. (jh)