Die Schwellenländer dürften im kommenden Jahr hohe Mittelzuflüsse verzeichnen. Darauf deutet eine Umfrage von NN Investment Partners (NNIP) unter hundert professionellen Investoren hin. Zwei von drei Befragten gehen davon aus, dass Aktien aus den aufstrebenden Volkswirtschaften im Jahr 2020 attraktive risikobereinigte Renditen bieten. Vor einem Jahr fand nur jeder Zweite Schwellenländeraktien spannend. Hinter dem gestiegenen Interesse stehen wohl die Hoffnung auf ein Handelsabkommen zwischen China und den USA und die besseren monetären Bedingungen, kommentieren Strategen von NNIP.

Auch britische Aktien stehen bei Profi-Anlegern hoch im Kurs. Fast die Hälfte der Befragten erwartet von den Papieren gute risikobereinigte Renditen. "Dieses Ergebnis überrascht, da die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Brexit nach wie vor eine Beeinträchtigung darstellt, die auch nach Verabschiedung eines Austrittsgesetzes andauern wird", sagt NNIP-Stratege Patrick Moonen. Anlageprofis würden womöglich von den aktuellen Bewertungen angelockt, oder sie hofften auf umfangreiche fiskalische Stimuli. Aktien aus Japan und der Eurozone finden dagegen vergleichsweise wenige Umfrageteilnehmer attraktiv.

Sind die Profis zu sorglos?
Die NNIP-Experten schätzen die Aussichten für das kommende Jahr etwas anders ein als die Umfrageteilnehmer – genau genommen: fast konträr. So hat der Fondsanbieter seine Prognose für die Eurozone und für Japan zuletzt angehoben. In Japan sieht NNIP Potenzial durch Strukturreformen. Die Eurozone hat die Investmentgesellschaft zuletzt übergewichtet, in der Hoffnung auf fiskalische Impulse.

Beim Liebling der Profi-Anleger, den Schwellenländern, sind die NNIP-Strategen dagegen vorsichtig: Sie machen sich Sorgen über soziale Unruhen in mehreren Schwellenmärkten, über die Auswirkungen des Handelsstreits sowie über schwächere Währungen, die den Spielraum für weitere geldpolitische Lockerungen einschränken. (fp)