Während es in Europa selbstverständlich ist, dass Haushalte eine eigene Waschmaschine, oft auch noch einen eigenen Trockner haben, gehen viele US-Amerikaner mit ihrer Dreckwäsche regelmäßig in öffentliche Salons. Denn knapp 20 Millionen US-Haushalte haben keine eigene Waschmaschine. Für die Umwelt ist das eine gute Nachricht, doch die Besitzer schmutziger Kleidungsstücke stehen nun vor einem kuriosen Problem: In den USA gibt es nicht genügend 25-Cent-Münzen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Die aber werden dringend benötigt, um die Maschinen in den Waschsalons in Gang zu setzen.

Die Wechselautomaten in zahlreichen Salons sind nun aber seit Monaten leer, auch Banken und Einzelhändler sind immer weniger bereit, das Geld zu wechseln. Ein Grund dafür ist laut der SZ, dass viele Einzelhändler Kunden aufgrund der Pandemie dazu anhalten, mit Kreditkarte anstatt mit Bargeld zu zahlen. Die Prägeanstalt US Mint reduzierte aus diesem Grund ihre Münzproduktion. Ein weiterer Faktor, der die Situation erschwert: Gerade in Krisenzeiten neigen die Menschen dazu, ihr Bargeld zu horten, anstatt es zur Bank zu bringen.

Wer den Cent nicht ehrt... 
Selbst Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), erkennt das Problem und hat eingeräumt, dass der "Münzstrom gewissermaßen zum Erliegen gekommen ist." Um ihre Wäsche trotzdem irgendwie sauber zu bekommen, werden US-Bürger unterdessen erfinderisch. So fuhr beispielsweise ein New Yorker Ehepaar etwa 1.000 Kilometer nach North Carolina, um die Kleidung im Haus der Eltern zu waschen, berichtet die SZ.  (fp)