Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer treten in den nächsten Jahren die Pension an. Damit schrumpft die Zahl der potenziellen Beitragszahler. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung. Österreich hat sein Pensionssystem nur wenig auf diesen demografischen Wandel eingestellt, sagen die Autoren des "Allianz Global Pension Report".

Unter den 70 bewerteten Ländern liegt Österreich im Gesamtranking auf Rang 34. Top-Performer sind Schweden, Belgien und Dänemark. Analysiert wurden die demografischen und fiskalischen Grundvoraussetzungen, so wie die Nachhaltigkeit und Angemessenheit der Pensionssysteme, heißt es in einer Aussendung dazu.

Anteil der Pensionisten steigt
In den kommenden drei Jahrzehnten steige der Anteil der Über-65-Jährigen an der Erwerbsbevölkerung in Österreich auf über 50 Prozent. Weltweit wird der Pensionistenanteil bis 2050 um 77 Prozent steigen und damit stärker als in den sieben Jahrzehnten davor. In Europa seien besonders jene Länder betroffen, die gleichzeitig auch hohe Schuldenstände haben, etwa Portugal oder Italien, wo der Altersquotient den Angaben zufolge auf deutlich über 60 Prozent klettern dürfte.

"Unsere staatliche Pension ist sehr gut ausgebaut, die betriebliche Pension oder private Vorsorge geraten dabei vergleichsweise ins Hintertreffen”, sagt Andreas Csurda, Vorstand der Allianz Pensionskasse AG. Man müsse sich bewusst sein, dass die aktiven Beitragszahler - also die junge Generation - das Pensionssystem finanzieren. Csurda sieht “einen potenziellen Generationenkonflikt". Er warnt vor einer "Schräglage" und, einer Überschuldung der jungen Generation.

Bei Nachhaltigkeit schlecht, aber bei Zufriedenheit top
In der Detailfrage "Nachhaltigkeit der Pensionssysteme", also wie Systeme auf den demografischen Wandel reagieren, wurde Österreich auf Platz 51 positioniert und damit im letzten Drittel der untersuchten Länder. Ein relativ niedriges Pensionsalter und die Nichtberücksichtigung des bevorstehenden demografischen Wandels werden als die Hauptschwachpunkte im Report geortet.

Sehr gut stieg Österreich dagegen bei der Kategorie "Angemessenheit" aus – hier wurde gefragt, ob das System einen angemessenen Lebensstandard im Alter sicherstellt. Österreich lege hier – wie auch andere Länder – größeres Gewicht auf den Wohlstand der heutigen Pensionisten, als auf die Leistungen für künftige Bezieher, heißt es. Dementsprechend liegt Österreich in Sachen Angemessenheit der Pensionen auf Platz zehn weltweit. Gemessen am Durchschnittseinkommen würden mit Ausnahme Italiens nirgendwo in Europa höhere staatliche Pensionen gezahlt als in Österreich.

Erhöhung des Pensionsalters
1950 konnte laut den Allianz-Angaben ein 65 Jahre alter Mann in Europa erwarten, bis zu seinem Tod noch etwa 12,5 Jahre im Ruhestand zu verbringen. Heute liegt diese Zahl bereits bei 17,6 Jahren, und bis zum Jahr 2050 wird sie auf 20,8 Jahre ansteigen. Länder, die das Pensionsantrittsalter steigern, wurden in der Studie besser bewertet. (eml)