600 Millionen Aufsteiger in die globale Vermögensmittelklasse in den letzten beiden Jahrzehnten. 2,5 Milliarden Menschen, die nach Abzug der Schulden mindestens über ein Geldvermögen von knapp 3.000 Euro verfügen – über zehnmal mehr als um die Jahrtausendwende. Nie zuvor in der Geschichte hat sich der materielle Wohlstand so vieler Menschen in so kurzer Zeit so radikal verbessert, schreibt Allianz-Vorstandsvorsitzender Oliver Bäte in seinem Vorwort des neuesten "Allianz Global Wealth Reports".

Der Schlüssel für diese enorme Wohlstandsmehrung liegt laut Bäte in offenen Märkten und freiem Handel. "Die Integration Chinas und der ehemaligen Ostblockstaaten in die internationale Arbeitsteilung vor gut 30 Jahren war die Initialzündung. Diese Entwicklung lässt sich mit einem Begriff zusammenfassen: Globalisierung. Ohne Globalisierung wäre die Welt heute eine viel ärmere", so der Allianz-Chef.

"Die Zeichen stehen auf Sturm"
Doch in den kommenden Jahren dürfte das Umfeld für die Vermögensbildung nicht leichter werden, warnt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise im Rahmen der Präsentation des Reports in Frankfurt, über die die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet. "2017 war trotz zunehmender politischer Spannungen ein sehr erfolgreiches Jahr für die Anleger. Die wirtschaftliche Erholung nach der Finanzkrise fand ihren Höhepunkt in einem synchronen Aufschwung rund um den Globus – und die Finanzmärkte zeigten eine starke Entwicklung, allen voran die Aktienmärkte", sagt Heise. Doch nun würden die Anleger schwierigeren Zeiten entgegensehen.

Deutschen sparen viel, aber falsch
Die Post-Krisen-Ära, in denen eine extrem expansive Geldpolitik für eine stetige und weitgehend schwankungsfreie Aufwärtsentwicklung an den Finanzmärkten sorgte, gehe zu Ende. "Die Zeichen stehen auf Sturm: Höhere Zinsen, Handelskonflikte und eine zunehmend populistische Politik verursachen Spannungen und Turbulenzen", zitiert die FAZ den Ökonomen.

Heise richtet zugleich einen eindringlichen Appell an Privatanleger, insbesondere in der Bundesrepublik. "Die Deutschen arbeiten für ihr Geld, aber sie lassen ihr Geld nicht arbeiten.“ Soll heißen: Im internationalen Vergleich bleiben die deutschen Pro-Kopf-Geldvermögen deutlich hinter den Werten anderer Länder zurück. Ein Grund hierfür ist eine überdurchschnittlich hohe Präferenz für Bankeinlagen, die im aktuellen Zinsumfeld unattraktiv sind. 

Die wichtigsten Zahlen und Fakten aus dem "Allianz Global Wealth Report 2018" finden Sie in unserer Fotostrecke oben. (mb)