Zu provinziell, intransparent, unverhältnismäßig stark der Tradition verpflichtet: Mittelständischen Unternehmen haften immer noch Vorurteile wie diese an. Nur so ist zu erklären, weshalb zahlreiche Privatanleger um passende Nebenwerte-Indizes wie den MDax einen Bogen machen und ihr Kapital lieber in prominente Börsenbarometer wie den Dax stecken. Dadurch aber berauben sie sich erheblicher Renditechancen, wie eine aktuelle Studie der Deka zeigt: "Mit einer Performance von mehr als 1.000 Prozent hat der MDax seit seiner 'Geburt' am 19. Januar 1996 mehr als doppelt so stark zugelegt wie der Dax", heißt es dort.

Anlässlich des 25. Index-Geburtstages hat das Team um den hauseigenen Kapitalmarktstrategen Joachim Schallmayer die Probe aufs Exempel gemacht. Tenor: Den internationalen Vergleich mit bekannteren Kurswegweisern braucht der MDax nicht zu scheuen. Der deutsche Nebenwerte-Index befindet sich europäisch betrachtet in bester Gesellschaft: Denn auch anderswo stehlen Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen den Anteilscheinen großer Konzerne regelmäßig die Show.


Was den MDax so besonders macht und wie er sich in den ersten 25 Jahren seiner Existenz geschlagen hat, zeigt unserer Chartgalerie oben!


Die Outperformance sogenannter Mid-Cap-Aktien hat hier wie dort handfeste Gründe. Sie bieten etwas, das Anleger in den Gemischtwarenläden vieler Konzerne vergeblich suchen: einen klaren strategischen Fokus. Mittelständler machen nicht alles, doch was sie tun, das können sie richtig gut.

Tu, was Du kannst – alles andere lass' weg!
Kostspielige Expeditionen in kerngeschäftsferne Bereiche werden tunlichst unterbunden, Stärken dafür systematisch ausgebaut. Mid Caps besetzen Marktsegmente, in denen es mitunter kaum Wettbewerb gibt. Ihr spezielles Know-how sichert den Nischenkönigen hohe Produktpreise – und das beschert ihnen überdurchschnittliche Margen, auch in konjunkturell schwierigen Zeiten. Hinzu kommt: Viele "Börsenzwerge" sind erst vor wenigen Jahren gegründet worden und deshalb noch mitten dabei, ihren Markt zu erobern. Oder sie schaffen sich selbst einen, indem sie neuartige Produkte und Dienstleistungen entwickeln.

Von Provinzialität kann gerade beim MDax keine Rede sein. "Der Export war schon immer das wichtigste Standbein der deutschen Wirtschaft. Die deutschen Unternehmen haben sich in einer einzigartigen Art und Weise den Herausforderungen der Globalisierung gestellt und sich auf diese eingerichtet", stellt Schallmayer fest. Genau dies sei die Grundlage für die MDax-Erfolgsgeschichte der vergangenen 25 Jahre. (ps)