Eine der grundlegendsten Wirtschaftsregeln lautet: Wenn das Angebot bei gleichbleibender Nachfrage steigt, dann sinkt der Preis. So ähnlich ist es auch mit dem Bargeld, erklären Anlagestrategen des US-Vermögensverwalters Alger in einem aktuellen Marktkommentar. "Manche sagen, dass Bargeld König ist. Das mag stimmen, wenn Sie Ihre Investitionen richtig timen. Langfristig betrachtet ist Bargeld unserer Meinung nach jedoch eher Müll", lautet ihr vernichtendes Urteil.

Dadurch, dass die US-Notenbank über die Jahre hinweg immer mehr Geld gedruckt hat, habe der US-Dollar immer weiter an Wert verloren. Die Experten belegen ihre These anhand des Preises für einen Schokoladenriegel des US-Herstellers Hershey's. So kostete ein Riegel mit einem Gewicht von rund 43 Gramm im Jahr 1928 noch 0,04 US-Dollar. Nach dem zweiten Weltkrieg verdoppelte sich der Preis auf 0,08 US-Dollar. Heute liegt der Preis bei mehr als einem US-Dollar. So bekam ein Verbraucher vor 93 Jahren noch 25 Schokoriegel für einen US-Dollar, heute bekommt er nicht einmal einen einzigen.

Wachstumstitel profitieren
Seit Beginn der Pandemie ist die Geldmenge nochmals um über 30 Prozent gestiegen, während der jährliche Anstieg in den 60 Jahren zuvor bei lediglich sieben Prozent lag. "Angesichts eines derart starken Angebotswachstums halten wir nichts von hohen Allokationen in Bargeld", schlussfolgern die Alger-Anlagestrategen. "Wir bevorzugen Aktien, um die Kaufkraft potenziell langfristig zu schützen." Besonders attraktiv seien Wachstumstitel, darunter etwa Aktien von Online-Marktplätzen und Zahlungssystemen. Unternehmen wie diese dürften sogar von höheren Preisen profitieren, sagen die Experten. (fp)