Die Finanzkrise 2008 hat dazu geführt, dass viele Anleger in weniger riskante Anlagekategorien geflohen sind: Der Anteil an Anleihen und liquiden Instrumenten hat kräftig zugelegt, Aktien wurden hingegen abgestoßen. Inzwischen haben sich die Verhältnisse zumindest bei den regulierten Investmentfonds wieder normalisiert. Die Aktienquote ist mit 40 Prozent wieder auf dem Level von 2007, berichtet die EFAMA, der Dachverband der europäischen Investmentfonds-Verbände, in ihrem Asset Management Report 2018. Die Anleihenquote ist entsprechend wieder auf ihr Vorkrisenlevel von rund 30 Prozent gesunken (siehe Klickstrecke oben).

Konservative Mandate
Anders verhält es sich hingegen bei den sogenannten diskretionären Mantaten, also Geld, das ein Investor (oder eine kleinere Investorengruppe) in einen Fonds gibt, der eigens auf  gewünschte Anlageziele hin zugeschnitten wurde. Sie veranlagen generell deutlich konservativer als Publikumsfonds, und somit stand bei ihnen auch vor der Krise schon ein Anleihen-Überhang. Allerdings wurden bei den Mandaten nach der Krise kaum mehr Geld in Aktien "zurückgeschichtet". Statt 35 Prozent Aktien in diskretionären Mandaten im Jahr 2007 sind es rund eine Dekade später nur 24 Prozent.

Wie vor 2008 steckt bei den diskretionären Mandaten knapp die Hälfte des Geldes in Anleihen. Während das Vertrauen in die Aktien nicht zurückgekehrt ist, werden andere Investmentkategorien immer wichtiger: Immobilien, Hedgefonds, strukturierte Produkte, Private Equity, aber auch Themen wie "liability driven Investments" werden von der EFAMA angeführt. Das trifft auch auf die Investmentfonds "von der Stange" zu, die zunehmend abseits der Aktien-Anleihen-Dichotomie investieren; die diskretionären Mandate haben aber bei alternativen Themen nach der Krise viel deutlicher aufgeholt. (eml)