Aktienchef warnt vor hochbewerteten Small Caps
Innerhalb des Small-Cap-Segments seien Meme- und Themenaktien auf unrealistische Werte gestiegen, sagt der globale Aktienchef von J.P. Morgan AM. Chancen sieht er in anderen Bereichen.
J.P. Morgan Asset Management warnt vor zunehmenden Übertreibungen im Bereich der Small Caps. Spekulative Anleger treiben nach Einschätzung von Paul Quinsee, globaler Aktienchef bei J.P. Morgan AM, derzeit Kurse von Unternehmen in die Höhe, deren Fundamentaldaten die Bewertungen kaum rechtfertigen. In anderen Bereichen sieht er durchaus Chancen, insbesondere in Value-Sektoren wie Energie, Gesundheitswesen und Finanzen sowie in den Emerging Markets.
Extremer Kursanstieg bei Meme- und Themenaktien
Das Small-Cap-Segment wird laut Paul Quinsee von Meme- und Themenaktien getrieben. Die kleinen, hoch bewerteten Unternehmen würden spannende Zukunftsperspektiven bieten, erzielten aber bisher keine nennenswerten Umsätze, Gewinne oder Cashflows. In dieses Segment fallen laut Quinsee etwa Quantencomputer-, Bitcoin-Mining-, New-Energy- und Drohnen- oder Flugtaxi-Unternehmen, die zusammen fast zehn Prozent des Russell-2000-Index ausmachen. Die Entwicklung sei vor allem durch Privatanleger getrieben, die auf "Storys" statt auf Fundamentaldaten setzen. "Solche Phasen enden meist abrupt", warnt Quinsee.
Trotz punktueller Übertreibungen zeige sich das globale Bild bei den Gewinnen insgesamt aber robust. Die 493 Werte im S&P 500, die nicht zu den "Magnificent Seven" gehören, sollten laut Schätzungen 2026 ihre Gewinne um zwölf Prozent steigern, nachdem sie in den vergangenen drei Jahren kaum Fortschritte gemacht hatten. Insgesamt bleibt aus Sicht von Quinsee die fundamentale Basis der Märkte stabil: Solides Wirtschaftswachstum, der Abbau pandemiebedingter Belastungen, eine lockere US-Geldpolitik und der anhaltende KI-Investitionsboom würden ein günstiges Umfeld für Unternehmensgewinne schaffen.
Renaissance der Schwellenländer
Auch die Schwellenländer verzeichnen eine spürbare Erholung: Ein wesentlicher Treiber sei auch hier die Technologie. "Nach Jahren schwacher Performance kehrt das Interesse an Schwellenländern zurück", sagt Quinsee. Viele Portfolios seien hier immer noch untergewichtet, obwohl die Bewertungen attraktiv sind und gerade in Asien die Kapitaldisziplin zunimmt. Das Potenzial sei noch groß: Erst kürzlich hat der MSCI Emerging Markets Index wieder das Niveau von 2007, also vor der globalen Finanzkrise, erreicht. (jh)




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