Der Stellenwert nachhaltiger Anlagekriterien hängt bei Renditesuchern stark vom Alter ab. Das zeigt eine Studie des österreichischen Management- und Technologieberatungsunternehmens Bearing Point, an der mehr als 5.000 Menschen aus der DACH-Region sowie aus Frankreich teilgenommen haben. Während das Thema Nachhaltigkeit bei einem Großteil der Befragten aller Länder nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist es für zehn Prozent der 18- bis 24-Jährigen das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Geldanlage – wichtiger als Sicherheit, Rendite und Kosten. Bei den über 24-Jährigen in den vier Ländern trifft das lediglich auf fünf bis sieben Prozent der Befragten zu.

18- bis 24-Jährige sind dementsprechend häufiger bereit, höhere Kosten für nachhaltige Investmentprodukte in Kauf zu nehmen als ältere Anleger. Im Durchschnitt aller Länder wären laut Umfrage nur 19 Prozent aller Anleger zu Mehrkosten bereit, bei der jüngeren Kundengruppe sind es dagegen 30 Prozent. Berater sollten daraus ihre Schlüsse ziehen.

Wechselbereitschaft für grüne Geldanlage
Jüngere Bankkunden nehmen für ein nachhaltiges Portfolio nicht nur höhere Kosten in Kauf, viele sind sogar bereit, die Bank für eine breitere Auswahl an ökologischen Anlageprodukten zu wechseln. Bei den Österreichern etwa würden 35 Prozent der 19- bis 24-Jährigen aus ökologischen Gründen wechseln, aber nur 29 Prozent der Befragten über 24. Allerdings ist im Durchschnitt der Länder nahezu zwei Dritteln der Kunden bislang nicht klar, ob ihre Hausbank überhaupt nachhaltige Geldanlagemöglichkeiten anbietet. (fp)