6.300 Dollar bis Ende 2027: Warum JP Morgan weiter auf Gold setzt
Trotz der jüngsten Schwächephase bei Gold bleibt JP Morgan für das Edelmetall ausgesprochen optimistisch. Die US-Bank hält für 2026 an ihrem Kursziel von 6.000 US-Dollar je Feinunze fest und sieht sogar weiteres Potenzial für das nächste Jahr.
Die US-Großbank JP Morgan hält trotz der jüngsten Korrektur am Goldmarkt an ihrer langfristig positiven Einschätzung für das Edelmetall fest. In einer aktuellen Analyse erwarten die Strategen, dass der Goldpreis bis Ende 2026 auf rund 6.000 US-Dollar je Feinunze steigen könnte. Für Ende 2027 halten sie sogar 6.300 US-Dollar für möglich.
Zwar hat JP Morgan die durchschnittliche Goldpreisprognose für 2026 zuletzt gesenkt. Statt eines durchschnittlichen Goldpreises von 5.708 Dollar je Unze kalkuliert die Bank nun mit 5.243 Dollar. Am langfristigen Szenario ändere dies jedoch nichts. Die Analysten erwarten vielmehr, dass die Nachfrage im zweiten Halbjahr wieder deutlich anzieht und den Goldpreis in Richtung ihres Jahresendziels treiben wird.
Der Bank zufolge spiegelt die niedrigere Durchschnittsprognose vor allem die bislang schwächere Entwicklung in den ersten Monaten des Jahres wider und nicht eine grundlegende Neubewertung des Edelmetalls.
Zentralbanken bleiben wichtiger Treiber
Als zentrale Stütze für den Goldmarkt sieht JP Morgan weiterhin die Nachfrage der Notenbanken. Zwar habe sich das Kaufverhalten zuletzt etwas abgeschwächt, insgesamt bleibe die Nachfrage aber auf hohem Niveau. Daneben verweist die Bank auf geopolitische Unsicherheiten, hohe Staatsverschuldung sowie den Wunsch vieler Investoren und Zentralbanken nach einer stärkeren Diversifikation ihrer Reserven.
Diese Faktoren hätten den Goldpreis bereits in den vergangenen Jahren gestützt und könnten auch künftig für Rückenwind sorgen.
Gold unter Druck geraten
Kurzfristig präsentiert sich das Umfeld allerdings schwieriger. Nach dem starken Anstieg der vergangenen Jahre geriet Gold unter Druck. Belastet wurde das Edelmetall unter anderem durch steigende Zinserwartungen in den USA sowie einen festeren Dollar. Höhere Zinsen gelten als Gegenwind für Gold, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft.
Aktuell notiert Gold deutlich unter seinem Rekordhoch vom Jahresbeginn. Mehrere Analystenhäuser halten die jüngste Schwächephase jedoch eher für eine Konsolidierung innerhalb eines langfristigen Aufwärtstrends als für das Ende des Bullenmarktes.
Geopolitische Spannungen belasten
Während JP Morgan die langfristigen Perspektiven für Gold weiterhin positiv einschätzt, geriet das Edelmetall zuletzt erneut unter Druck. Auslöser war eine weitere Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran, die die Unsicherheit an den Finanzmärkten erhöht und zugleich neue Inflationssorgen schürt.
Der Goldpreis fiel am Mittwoch (10.6.) um bis zu zwei Prozent auf unter 4.175 Dollar je Unze, nachdem er bereits in der vorherigen Sitzung um 1,6 Prozent nachgegeben hatte. US-Streitkräfte griffen iranische Ziele nahe der Straße von Hormus an, nachdem US-Präsident Donald Trump Teheran für den Abschuss eines US-Hubschraubers vor der Küste Omans verantwortlich gemacht hatte. Die iranische Nachrichtenagentur "Mehr" berichtete, auf der Insel Qeshm sowie entlang der Südküste des Landes seien mehrere Explosionen zu hören gewesen.
Nicht allein mit optimistischen Prognosen
Mit ihrer positiven Einschätzung steht JP Morgan nicht allein da. Auch andere große Häuser wie Goldman Sachs oder UBS sehen für Gold weiteres Aufwärtspotenzial. Die Bandbreite der Prognosen für Ende 2026 reicht derzeit von rund 5.000 bis über 6.000 Dollar je Feinunze.
Ob Gold tatsächlich die Marke von 6.000 Dollar erreicht, dürfte nach Einschätzung von JP Morgan allerdings wesentlich davon abhängen, wie sich die geopolitischen Konflikte entwickeln und welchen Kurs die US-Notenbank künftig einschlägt. Beide Faktoren gelten derzeit als schwer prognostizierbar. (mb)




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