5.800 Dollar möglich: Banken setzen auf Gold-Comeback
Trotz jüngster Rückschläge sehen große Banken weiterhin Aufwärtspotenzial für Gold. Geopolitik, Notenbankkäufe und Zinssenkungen könnten dem Edelmetall langfristig Rückenwind geben.
Gold dürfte sich langfristig wieder erholen, auch wenn der Krieg im Nahen Osten den Markt zuletzt durcheinandergebracht hat. Zu diesem Schluss kommen unter anderem die ANZ Bank und Goldman Sachs. Als Gründe für den langfristigen Optimismus nennen Analysten eine robuste Nachfrage von Zentralbanken, anhaltende geopolitische Unsicherheit, erwartete Zinssenkungen der US-Notenbank sowie eine zunehmende Diversifikation weg von US-Dollar-Anlagen.
Seit Beginn des Konflikts im Februar ist der Goldpreis um fast zehn Prozent gefallen – ausgehend von einem Rekordniveau von mehr als 5.500 Dollar je Unze im Januar. Steigende Renditen von US-Staatsanleihen und ein stärkerer Dollar sowie die durch den Krieg ausgelöste Volatilität veranlassten einige Investoren dazu, ihre Bestände zu reduzieren und Liquidität aufzubauen.
Zinssenkungen als Treiber
Analysten gehen jedoch davon aus, dass sich die Preise wieder erholen werden. "Die Kombination aus schwächerem Wachstum und steigender Inflation dürfte den Weg für erneute Zinssenkungen der Notenbanken ebnen", schrieben die ANZ-Analysten Soni Kumari und Daniel Hynes in einer Mitteilung vom Freitag (10.4.).
ANZ hält an seinem Ausblick fest und prognostiziert für das Jahresende einen Goldpreis von 5.800 Dollar je Unze.
Zentralbanken bleiben entscheidender Faktor
Auch die Käufe von Zentralbanken dürften ein zentraler Stützpfeiler bleiben. Für 2026 rechnen die ANZ-Analysten mit offiziellen Goldkäufen von rund 850 Tonnen.
Die optimistische Einschätzung von ANZ folgt ähnlichen Prognosen von Goldman Sachs und RBC Capital Markets im März. Goldman Sachs bestätigte seine Prognose von 5.400 Dollar je Unze und verwies ebenfalls auf anhaltende Käufe durch Notenbanken sowie erwartete Zinssenkungen der US-Notenbank um 50 Basispunkte im laufenden Jahr.
Kurzfristige Risiken bleiben
Kurzfristig bestehen laut Goldman Sachs jedoch weiterhin "taktische Abwärtsrisiken", insbesondere wenn die Störungen in der Straße von Hormus anhalten. Das schrieben die Analysten Lina Thomas und Daan Struyven in einer Mitteilung vom 31. März.
Gleichzeitig könnte ein länger anhaltender Konflikt die Abkehr von traditionellen westlichen Anlagen beschleunigen und damit die Goldpreise langfristig stützen. (mb/Bloomberg)















