Dividenden-Fans hatten zuletzt nichts zu lachen. Im Corona-Jahr 2020 strichen Unternehmen massenhaft ihre Ausschüttungen zusammen oder ließen sie komplett ausfallen. Im laufenden Jahr dürfte sich die Lage indes wieder bessern, sagt Ilga Haubelt, Ausschüttungsexpertin bei Newton Investment Management, einer Boutique unter dem Dach von BNY Mellon. "In vielerlei Hinsicht war das Jahr 2020 für Dividenden schlimmer als die globale Finanzkrise", sagt sie. Inzwischen sähen aber immer mehr Firmen Licht am Ende des Tunnels und bekämen einen Eindruck davon, wann die Rezession endet.

Wenn die Wirtschaft wieder anspringt, dürften Unternehmen ihre Dividendenzahlungen deutlich schneller wieder aufnehmen als nach früheren Wirtschaftsabschwüngen, schätzt Haubelt. So hat bereits ein Drittel der europäischen Unternehmen darüber nachgedacht, im vierten Quartal 2020 oder im laufenden Jahr Dividenden auszuschütten. Dieser Optimismus habe zyklischen Werten Rückenwind verschafft, erklärt die Aktienexpertin – etwa aus den Branchen Industrie, Automobil, Banken und Energie.

Gute Einstiegschancen
Dividendenjäger sollten wieder auf die Pirsch gehen, rät Haubelt. "Ich bin davon überzeugt, dass sich jetzt eine einmalige Gelegenheit für Anleger bietet, Dividendenaktien zu kaufen, die im Vergleich zum breiten Markt günstig gehandelt werden", sagt sie. Mit ihrem Income-Team hat sie die Gelegenheit genutzt und Positionen in Unternehmen aufgebaut, die sie bereits seit langem im Visier hatte, die ihrer Ansicht nach aber bis vor kurzem noch zu teuer waren. "Nach den Dividendenkürzungen im Jahr 2020 gehen wir davon aus, dass Anleger in Zukunft wieder mit verlässlichen Ausschüttungen rechnen können", betont Haubelt. (fp)