Die Wiener Privatbank SE hat ab sofort einen Vorstand weniger. Juraj Dvorak wird mit Wirkung zum 13.10.2020 einvernehmlich ausscheiden, teilt die Bank mit. Hintergrund ist, dass die Privatbank ihre Osteuropastrategie auf Eis legt. Dvorak war einst als Vertreter des Teil-Eigentümers Arca gekommen.

Bereits in einem Interview, das in der aktuellen Ausgabe von FONDS professionell erschienen ist, zeichnete sich ab, dass die einst hoffnungsvoll verfolgte Osteuropastrategie, für die Dvorak im Vorstand zuständig war, stockt. Er sollte die Expansion insbesondere in die Slowakei und nach Tschechien vorantreiben, heißt es. Diese Strategie werde jedoch aktuell nicht weiterverfolgt.

Corona kappte Strategie
Die Bank führt als Grund die Corona-Pandemie an und die damit einhergehenden unsicheren Marktlagen auch in diesen beiden CEE-Ländern. Beobachter sehen bereits seit längerem, dass die Strategie kaum in Fahrt kam. Die Bank sendete in letzter Zeit deutliche Signale aus, dass der Fokus auf Österreich liegt. Man wolle sich "strategisch auf den Heimmarkt Österreich sowie auf die bestehenden internationalen Aktivitäten konzentrieren", heißt es auch jetzt. Es sei eine gemeinsame Entscheidung getroffen worden, die Zusammenarbeit zu beenden, heißt es. Die Beteiligung der Arca-Gruppe an der Bank sei davon nicht berührt, so ein Sprecher auf Nachfrage der Redaktion.

Dvorak kam aus dem Kreis der slowakischen Arca-Gruppe, die 9,9 Prozent an der Wiener Privatbank besitzt. Er hat innerhalb der Arca-Gruppe nach offiziellen Angaben seit längerem kein Amt mehr inne. (eml)