Trauer um Schwellenländer-Ikone Mark Mobius
Mark Mobius, der weltweit unumstritten bedeutendste Pionier für Investments in den Emerging Markets und langjährige Fondsmanager bei Franklin Templeton, ist im Alter von 89 Jahren in Singapur gestorben. Über mehr als drei Jahrzehnte baute er die Templeton Emerging Markets Group auf, managte den Templeton Emerging Markets Investment Trust und machte mit dem ihm eigenen "Vor-Ort-Ansatz" Schwellenländer von Asien über Osteuropa bis Lateinamerika für internationale Anleger investierbar. Der Trust erzielte unter seiner Ägide zweistellige Jahresrenditen und lag langfristig vor dem MSCI Emerging Markets Index, was Mobius den Ruf einer Ikone der Assetklasse einbrachte.
Auch nach seinem Rückzug von Franklin Templeton im Januar 2018 war für Mobius noch lange nicht die Zeit gekommen, in Rente zu gehen. In London gründete er die auf Schwellenländer fokussierte Boutique Mobius Capital Partners, mit der er einen aktiven, governance-orientierten Ansatz in Emerging-Markets-Aktien verfolgte, wie er uns damals in einem Exklusivinterview erläutert hat. Selbst nach seinem Ausscheiden aus der Firma Ende 2023 blieb er als Investor und Kommentator präsent, zuletzt mit einem neuen Projekt in Dubai und Analysen zu geopolitischen Konflikten und deren Marktauswirkungen.
Joseph Bernhard Mark Mobius wurde 1936 in Bellmore, New York, als Sohn eines deutschen Vaters und einer puerto-ricanischen Mutter geboren. Nach Studien in Dramatischer Kunst, Kommunikationswissenschaft und einer Promotion in Politikwissenschaft und Ökonomie am MIT führte ihn sein Weg über Forschungsaufträge in Asien nach Hongkong und schließlich in die Fondsindustrie. Verheiratet war Mobius nie, er bezeichnete sich selbst als "Vollzeit-Nomaden" mit ausgeprägtem Drang nach Unabhängigkeit. (hh)















