Publity-Großaktionär Thomas Olek scheidet zum Jahresende aus dem Vorstand des börsennotierten Immobilienkonzerns aus. "Ab Jahresbeginn 2021 wird Olek als Berater die Bereiche Big-Data-Immobilienanalyse und Internationalisierung, die als wesentliche Erfolgsfaktoren für die weitere Entwicklung von Publity und ihren Konzerngesellschaften identifiziert worden sind, für den gesamten Konzern fortentwickeln", teilt das Frankfurter Unternehmen mit.

Publity hatte jüngst für Schlagzeilen gesorgt, weil das Unternehmen Aktien seiner Tochtergesellschaft Preos mit Rabatt an Privatanleger verkauft. Dafür schaltet der Konzern Tippgeber und Vermittler ein, die üppige Provisionen erhalten (FONDS professionell ONLINE berichtete ausführlich).

Olek hatte bereits im September angekündigt, zum Jahreswechsel seinen Posten als Vorstandsvorsitzender der Publity niederzulegen – damals allerdings vor dem Hintergrund, in gleicher Funktion bei der Preos tätig werden zu wollen. Doch dieser Plan liegt nun auf Eis: Der Preos-Aufsichtsrat und Olek hätten sich "darauf verständigt, die Verhandlungen über die Übernahme der Position des CEOs der Preos durch Olek aufzuschieben", heißt es in einer Mitteilung von Preos.

Gratisaktien statt Bardividende
Auch mit Blick auf die Dividendenpolitik gibt es bei der Preos eine Anpassung: Anstelle einer Bardividende für das Geschäftsjahr 2020 soll der Hauptversammlung eine Ausgabe von Gratisaktien vorgeschlagen werden. An der erwogenen Barkapitalerhöhung um zehn Prozent halte das Unternehmen fest. "Voraussichtlich wird diese aber nicht bereits im Januar 2021, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2021 erfolgen", heißt es in der Mitteilung. Langfristig peile die Preos weiterhin die Ausschüttung einer Dividende an, die fünf Prozent des Aktienkurses entspricht.

Im ersten Halbjahr 2020 hatten die Zinszahlungen des Immobilienkonzerns die Mieteinnahmen übertroffen, wie eine jüngst veröffentlichte Analyse der Preos-Bilanz von FONDS professionell ONLINE zeigt. Auch der Cashflow aus dem operativen Geschäft war negativ.

Olek möchte Großaktionär bleiben
Der Publity-Mitteilung zufolge hat Olek gegenüber dem Aufsichtsrat bekundet, langfristig weiter Großaktionär der Publity bleiben und seine Beteiligung in Abhängigkeit vom Börsenkurs weiter ausbauen zu wollen. Der Publity-Vorstand wird künftig aus den bisherigen Vorständen Frank Schneider und Stephan Kunath bestehen. Im Preos-Vorstand sitzen Frederik Mehlitz und Stephan Noetzel. (bm)