Privatanleger in Deutschland und anderswo halten aktives Portfoliomanagement weiterhin für sinnvoll. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Vermögensverwalters Natixis Investment Management. Danach ist fast die Hälfte der deutschen Befragten (46 Prozent) bereit, einen Aufschlag für aktives Management zu bezahlen – sofern nach Abzug von Kosten ein Mehrertrag gegenüber passiven Indexfolgern für sie herausspringt. Global gesehen ist die Bereitschaft, für klassische Fonds etwas tiefer in die Tasche zu greifen, mit 56 Prozent noch ausgeprägter. 

Indem sie auf das Know-how eines versierten Portfoliolenkers setzen, wollen Privatanleger vor allem den Risiken von Marktschwankungen vorbeugen. Fast zwei Drittel der deutschen Befragten (66 Prozent) halten dazu ein breit gestreutes Portfolio für attraktiv, das auch alternative Assetklassen berücksichtigt. Allerdings beklagen 80 Prozent der in Deutschland Befragten, dass aktive Fondsmanager nach wie vor zu hohe Gebühren verlangen, obwohl sie sich stark an einem Index orientieren.

Für die Studie wurden 9.100 Anleger aus 25 Ländern befragt. In Deutschland nahmen 400 Personen teil. Die Mehrheit der deutschen Anleger (88 Prozent) legt Wert auf ein risikoarmes Portfolio. Gleichzeitig erwarten hiesige Anleger allerdings eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,1 Prozent – was mit einer risikoarmen Strategie allerdings kaum erreichbar ist und auch mit einer offensiveren Herangehensweise größtenteils eine Illusion bleibt. "Es ist wichtig, dass die Anleger sich bewusst sind, dass ihre hohen Renditeerwartungen in der Regel nur mit einer höheren Risikobereitschaft erfüllt werden können", warnt Sebastian Römer, Leiter für das Geschäft in Zentral- und Osteuropa bei Natixis.

Wissenslücken bei passiven Strategien
Beim Thema passive Investmentstrategien erkennen die Natixis-IM-Experten bei Anlegern viele Wissenslücken. 55 Prozent der Teilnehmer halten beispielsweise passive Strategien für weniger waghalsig als aktives Investieren. Das sieht Römer kritisch: "Gerade das heutige Investmentumfeld erfordert einen aktiven Investment- und Risikomanagementansatz, mit dem Chancen genutzt und Risiken gezielt eingegangen werden können. Nur so lassen sich die ehrgeizigen Renditeziele der Anleger langfristig erreichen." (fp)