Einer der prägenden europäischen Bankenchefs der vergangenen Dekade nimmt seinen Hut: Frédéric Oudéa von der Société Générale verlässt die französische Großbank im nächsten Jahr. Seine 15-jährige Amtszeit reichte von der großen Finanzkrise bis zur russischen Invasion in der Ukraine.

Der dienstälteste Vorstandschef einer europäischen Großbank teilte den Aktionären am Dienstag auf der Hauptversammlung in Paris seine überraschende Entscheidung mit, sich nicht um eine Wiederernennung zu bewerben. Das Auswahlverfahren für seinen Nachfolger werde bis zum nächsten Jahr abgeschlossen sein, teilte die Bank mit. "Ich habe viel über die verschiedenen Optionen nachgedacht", so der 58-Jährige. Seine Entscheidung geschehe "mit Blick auf die Interessen der Gruppe und die Herausforderungen der nächsten Jahre".

Potenzielle Nachfolger
Seit seiner Ernennung im April 2008 konnte Oudéa einen Rückgang der Bewertung der Bank um fast zwei Drittel nicht verhindern – was allerdings das Schicksal des gesamten Sektors widerspiegelt. Bemerkenswert war seine Langlebigkeit in einer für Banken turbulenten Zeit – die Deutsche Bank etwa verbrauchte im selben Zeitraum fünf Vorstandschefs.

Zu Oudéas potenziellen Nachfolgern gehören Slawomir Krupa, der das Firmenkunden- und Investmentbanking-Geschäft leitet, Sebastien Proto, der Chef des heimischen Privatkundengeschäfts, sowie die beiden stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Philippe Aymerich und Diony Lebot. (mb/Bloomberg)