Nachdem der weiße Rauch über Rom am Dienstagabend ausblieb, weil Italia Viva nicht bereit war, eine dritte Regierung unter einem Ministerpräsidenten Giuseppe Conte mitzutragen, stehen die Zeichen erst einmal auf Fortsetzung der Regierungskrise. Allerdings schwebt Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella ein prominenter Name zur Lösung des Problems vor: Mario Draghi, ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank, soll mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt werden. Allerdings hätte Draghi das selbe Problem wie Conte: Er muss sich eine stabile Mehrheit im Parlament organisieren.

Mit einem neuen designierten Ministerpräsidenten dürfte es jedoch einfacher sein, genau diese Mehrheiten zu erhalten. Es wird vermutlich darauf ankommen, wie sich Italia Viva zu Draghi positionieren wird. Auf jeden Fall dürfte Draghi aber einer Vetrauensbonus an den Kapitalmärkten haben. Außerdem ist eine EU-freundliche Politik zu erwarten, so dass die Mittel aus dem Aufbaufonds tatsächlich so eingesetzt werden könnten, um das Wachstum in Italien anzukurbeln. (mb/Bloomberg)