Die unsichere wirtschaftliche Lage im Zuge der Corona-Krise dürfte die Entscheidung um die künftige Führungsposition bei der britischen Großbank HSBC nun doch beschleunigt haben. Am Dienstag hat der Verwaltungsrat Noel Quinn mit sofortiger Wirkung zum permanenten Chef befördert. Bisher führte der 58-Jährige die Geschäfte nur als Interimschef.

Mit dieser Ernennung ist eine zähe Nachfolgersuche zu Ende, die Europas größte Bank monatelang beschäftigte und teils für Kopfschütteln sorgte. Anleger und Analysten hatten daher mit seiner Beförderung im Februar gerechnet, als Quinn die Jahreszahlen und eine neue Strategie vorlegte, berichtet das "Handelsblatt". Als die Ankündigung jedoch ausblieb, wurde das als Misstrauensvotum gegenüber Quinn gewertet. Dann sickerte auch noch durch, dass SBC-Verwaltungsratschef Mark Tucker bei Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier angefragt hatte. Nachdem die Gerüchteküche einige Tage brodelte teilte Mustier offiziell mit, dass er bei der Unicredit bleibe.

Nun fiel die Entscheidung also doch auf ein Eigengewächs an der Spitze. "Noel Quinn hat sich als der herausragende Kandidat erwiesen, die Rolle dauerhaft zu übernehmen, die er seit August 2019 auf Interimsbasis beeindruckend ausgefüllt hat", teilte Tucker in einer Presseaussendung mit. (mb)