Nach einem wochenlangen Prozess vor vollen Zuschauerrängen befand das Zürcher Bezirksgericht den früheren Vorsitzenden der Geschäfsleitung der Raiffeisen Schweiz, Pierin Vincenz, und den Bankberater Beat Stocker schuldig der Untreue, des Betrugs und der Urkundenfälschung. Laut dem Urteil hatten sich die beiden Angeklagten während der 15-jährigen Amtszeit von Vincenz als Generaldirektor unrechtmäßig bereichert. Der Ex-Top-Banker muss für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis, Stockers Haftstrafe beträgt vier Jahre.

Die Staatsanwaltschaft hatte Vincenz vorgeworfen, sich und andere durch Nebengeschäfte und illegale Spesenabrechungen in Millionenhöhe bereichert zu haben. Darunter waren auch 201.267 Schweizer Franken, die in einer Reihe von Cabarets, Stripclubs und "Kontaktbars" angefallen waren, sowie 3.778 Franken für Reparaturen in einem Hotelzimmer, welches während eines Streits mit einer Stripclub-Tänzerin verwüstet worden war. Vincenz' Anwalt Lorenz Erni sagte laut "Tages-Anzeiger", das Urteil sei "falsch" und werde angefochten. (mb)