Der ehemalige Investmentbanking-Chef des größten deutschen Geldhauses, Garth Ritchie, heuert bei einer Londoner Gesellschaft Centricus Asset Management. Dort soll er das Kapitalmarkt- und Beratungsgeschäft ausbauen. Ritchie hatte die Deutsche Bank im Sommer 2019 verlassen, kurz bevor Vorstandschef Christian Sewing umfassende Umbauten, ein Zurechtstutzen des Investmentbanking und erhebliche Stellenstreichungen ankündigte.

Die Bezüge von Ritchie fielen mit sieben Millionen Euro im Jahr 2018 höher aus als das Gehalt von Bankchef Sewing. Der Investmentbanker soll zudem mehr als elf Millionen Euro Abfindung erhalten haben. Dies ist eigentlich an ein zweijähriges Verbot gekoppelt, zur Konkurrenz zu wechseln. Die Deutsche Bank betrachte Centricus jedoch nicht als direkten Wettbewerber, teilte das Haus der "Süddeutschen Zeitung" mit.

Bei der Private-Equity-Gesellschaft, die 27 Milliarden Dollar verwaltet, weiß sich Ritchie in bekannter Gesellschaft: Das Haus war 2016 unter dem Namen FAB Partners von den ehemaligen Deutsche-Bank-Managern Dalinc Ariburnu, Nizar Al-Bassam und Michele Faissola gegründet worden. Faissola hatte zeitweilig das Fondsgeschäft des deutschen Geldhauses geleitet und war im Zuge der Pleite der italienischen Bank Monte dei Paschi in Italien zu einer hohen Strafe verurteilt worden. (ert)