Alexander Preininger, Mitglied der Geschäftsführung der DWS International GmbH, hat das Unternehmen Anfang der Woche verlassen. Entsprechende Vorabinformationen von FONDS professionell ONLINE bestätigte ein Sprecher auf Anfrage der Redaktion. "Wir haben uns mit sofortiger Wirkung von Herrn Preininger getrennt", sagte er.

Preininger, der seit 1. September 2016 Geschäftsführer der DWS-Tochtergesellschaft war, verantwortete den Vertrieb an institutionelle Investoren in Europa, Afrika und dem Nahen Osten (EMEA). Seine Aufgaben übernimmt interimistisch Vertriebschef Thorsten Michalik. Offensichtlich war es Preininger nicht gelungen, den institutionellen Vertrieb stark genug voranzubringen – der Ausbau dieses Geschäfts gehört zu den explizit kommunizierten mittelfristigen Zielen des Asset Managers.

DWS-Chef Nicolas Moreau regiert durch
Preiningers Abgang zeigt Kennern des Unternehmens zufolge, wie DWS-Chef Nicolas Moreau durchregiert, um die Probleme des börsennotierten Asset Managers in den Griff zu bekommen. Im ersten Halbjahr 2018 zogen Anleger unter dem Strich knapp 13 Milliarden Euro aus Fonds und Mandaten der Deutsche-Bank-Tochter ab. Die DWS-Aktie hat seit dem Börsengang Ende März mehr als ein Viertel ihres Wertes verloren.

Moreau steht deshalb unter großem Druck. Ihm haftet bereits das Image eines schwachen Chefs an, weshalb er nun offensichtlich gegensteuert, vor allem mit personellen Veränderungen. Einem Artikel des "Handelsblatts" zufolge engagierte Moreau zuletzt mehrere Vertriebsverantwortliche für wichtige Regionen. Für das Asiengeschäft ist nun Alex Prout verantwortlich – er kam von Morgan Stanley Investment Management. Die Region Nordeuropa steht dem Bericht zufolge jetzt unter der Führung von Olivier Dubost-de-Cadalvene und Thomas Lindahl. Bereits im Juni kam Maria Ryan als neue Großbritannien-Vertriebsleiterin an Bord. "Auch für den Vertrieb an institutionelle Investoren hat die DWS im Juli gleich drei neue Führungskräfte eingestellt", heißt es in dem "Handelsblatt"-Artikel. (bm/hh)