Die Credit Suisse zieht weitere Konsequenzen aus ihren Geschäften mit der insolventen Greensill-Gruppe: Ab 1. April übernimmt Ulrich Körner, der zuletzt für den Wettbewerber UBS gearbeitet hatte, die Leitung der Asset-Management-Sparte. Er rückt zudem in die Geschäftsleitung der Credit Suisse Group auf.

Die Bank mit Sitz in Zürich muss mehrere "Supply Chain Finance"-Fonds abwickeln, die unter anderem Greensill-Geschäfte finanziert hatten. Bereits vor gut einer Woche war Michel Degen, der Schweiz- und Europachef von Credit Suisse Asset Management, seiner Funktionen enthoben worden.

Die Sparte wird eigenständig
Mit der Neubesetzung geht eine Umstrukturierung einher: Das Asset Management wird aus der Division "International Wealth Management" ausgegliedert und als neue separate Division geführt. Dies unterstreiche "die strategische Bedeutung des Asset-Management-Geschäfts für die Bank", heißt es in einer Pressemitteilung. Körner wird direkt an Credit-Suisse-Vorstandschef Thomas Gottstein berichten. Die Wealth-Management-Sparte untersteht weiterhin der Leitung von Philipp Wehle.

Körner folgt auf Eric Varvel, den bisherigen Leiter des Asset Managements. Varvel bleibt der Bank jedoch erhalten: Er soll Körner "in den kommenden Monaten bei der Einarbeitung in die neue Rolle unterstützen", teilt die Bank mit. Danach wird er sich auf seine weiteren Aufgaben als USA-Chef der Credit Suisse und Chairman der Investmentbank konzentrieren.

Körner kennt die Bank bereits gut: Bevor er 2014 als Leiter des Asset Managements zur UBS wechselte, war er bereits Mitglied der Credit-Suisse-Geschäftsleitung gewesen. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler hatte unter anderem die Finanzen einer Tochtergesellschaft und das Geschäft des Instituts in seinem Heimatmarkt Schweiz verantwortet. (bm)