Bundesbankpräsident Jens Weidmann kann weitere acht Jahre im Amt bleiben. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch Regierungskreisen zufolge die Vertragsverlängerung für den 50-Jährigen auf den Weg, berichten mehrere Medien übereinstimmend, darunter die Agentur Reuters. 

Der ehemalige Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel übernahm das Amt im Mai 2011. Sein Vertrag wäre Ende April ausgelaufen. Der Volkswirt gilt dessen ungeachtet weiterhin als möglicher Kandidat für die Nachfolge von EZB-Präsident Mario Draghi, dessen Amtszeit im Oktober nach acht Jahren endet – auch wenn Weidmann einer der schärfsten Kritiker der unkonventionellen Zins- und Geldpolitik des amtierenden Zentralbankchefs ist.

Seine Chancen auf den Topjob haben sich unlängst wohl wieder verbessert. Deutlichen Zuspruch erhielt Weidmann unlängst aus Österreich: Der dortige Notenbankchef Ewald Nowotny sähe den Deutschen gerne als nächsten EZB-Präsidenten, schreibt Reuters. Seit der Euro-Einführung vor 20 Jahren hat Deutschland noch nie einen europäischen Notenbankpräsidenten gestellt.  (ps)