Seit 17 Jahren steht er schon in den Diensten der Bundesbank in Frankfurt, seit sechs Jahren gehört er deren Vorstand an: Joachim Nagel soll als Nachfolger von Jens Weidmann künftig die Geschicke der Geldbehörde lenken. Jedenfalls, wenn es nach dem Willen von Bundeskanzler Olaf Scholz geht, der das Vorschlagsrecht hat. Die noch notwendige Zustimmung von Finanzminister Christian Lindner gilt allerdings als gesichert. Noch an diesem Montag (20.12.) soll die Personalie vom Bundeskabinett abgesegnet werden. Das melden verschiedene Medien auf Basis einer ursprünglich vom "Handelsblatt" veröffentlichten Nachricht.

Nagel ist SPD-Mitglied, gilt aber parteiübergreifend als stabilitätsorientierter Experte in geldpolitischen Fragen. Der studierte Volkswirt kam 1999 zur Notenbank, wo er zunächst die Leitung des Büros des Präsidenten der damaligen Landeszentralbank von Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt übernahm. Im Jahr 2003 wechselte er in die Frankfurter Zentrale, fünf Jahre später wurde er Leiter des Zentralbereichs Märkte. Im Dezember 2010 rückte Nagel schließlich für den zurückgetretenen Thilo Sarrazin in den Vorstand der Bundesbank auf. Von 2017 bis 2020 gehörte der 55-Jährige dem Vorstand der KfW-Bankengruppe an, deren internationales Geschäft er verantwortet hat. Anfang November 2020 wurde er stellvertretender Leiter des Bankbereichs bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. (hh)