Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal nicht geschrumpft, sondern wieder gewachsen – ein Grund zum Aufatmen ist das trotzdem nicht, sagt Jörg Zeuner, Chefökonom von Union Investment. Auch wenn Deutschland an einer Rezession gerade so vorbeigeschrammt ist, sieht Zeuner auch im kommenden Jahr keine Entspannung. Schließlich sind weder der Handelskonflikt zwischen den USA und China, noch der Brexit oder die Krise der Automobilindustrie überwunden.

An der schwächelnden Industrie und Wirtschaft könne auch der Immobilienboom nichts ändern, sagt Zeuner. Seiner Ansicht nach haben Unternehmen und Politiker in den vergangenen Jahren zu viel versäumt – zu geringe Investitionen, keine Stärkung der europäischen Wirtschaft, lauten seine Vorwürfe. Die einzige Wachstumsstütze in Deutschland seien derzeit die privaten Konsumenten, und nicht etwa die schwächelnde Industrieproduktion, sagt der Union-Investment-Chefökonom.

Probleme werden Investoren noch lange beschäftigen
Anleger sollten deshalb auch im Jahr 2020 weiter wachsam sein. Die Wirtschaft sei zwar stabil, die Wirtschaftsprobleme aus dem laufenden Jahr werden den Markt aber weiter bremsen. Zeuner rechnet deshalb nicht mit einer Veränderung der Zinsen und geht davon aus, dass sich der deutsche Aktienmarkt im kommenden Jahr besonders schwertun wird. (fp)