Im US-Bundesstaat Iowa sind die Stimmen der ersten Vorwahl der Demokraten für die diesjährige Präsidentschaftswahl nach langer Hängepartie endlich ausgezählt. Libby Cantrill vom Vermögensverwalter Pimco warnt allerdings vor zu hohen Erwartungen. Das Ergebnis der Iowa-Vorwahlen ist als Probelauf zu betrachten und in diesem Jahr noch weniger wegweisend als sonst, erklärt die Spezialistin.

"Wir glauben, dass Anleger ihre Investment-Strategie nicht zu sehr davon abhängig machen sollten, wer bei den ersten Tests zu den Vorwahlen der Demokraten die Nase vorn hat", sagt Cantrill. Der Grund: Die Wahlergebnisse in großen Bundesstaaten könnten die Karten völlig neu mischen – und die Aktienkurse in eine andere Richtung schicken. 

Bis zuletzt spannend
Anleger sollten nach Ansicht der Pimco-Expertin vor allem ein Auge auf die Vorwahlen am 3. März haben. Am sogenannten "Super Tuesday" schreiten unter anderem die demokratischen Abgeordneten in den Bundesstaaten Kalifornien und Texas zur Urne, 34 Prozent der Delegiertenstimmen werden danach vergeben sein. Nach dem 17. März werden dann 65 Prozent aller Stimmen abgegeben sein. Das Ergebnis von Iowa bildet dagegen nur ein Prozent der Delegiertenstimmen ab.

Die endgültige Wahl des Spitzenkandidaten könnte womöglich erst zur "Convention", dem großen Parteitag der Demokraten im Juli, erfolgen. Cantrill sagt eine längere Vorwahlperiode voraus und hält es für möglich, dass es bis Juli kein demokratischer Kandidat schafft, 50 Prozent der Delegiertenstimmen auf sich zu vereinen. Eine solches "Brokered convention"-Szenario gab es zuletzt im Jahr 1952, es wäre laut Cantrill "äußerst dramatisch". (fp)