Auch im Jahr 2020 wird es keine Rezession geben, prognostiziert Jean-Marie Mercadal, Fondsmanager bei der französischen Gesellschaft OFI Asset Management (OFI AM). Die Weltwirtschaft befindet sich seiner Einschätzung nach noch immer in einem Zyklus mit stetigem, wenn auch schwachem Wachstum. "Für das neue Jahr erwarten wir, dass die Weltwirtschaft zwischen 3 und 3,3 Prozent zulegen wird", sagt Mercadal. "Die Lage und die Stimmung sind viel besser als im letzten Jahr. Vor allem haben sich die Wogen im Handelskonflikt zwischen den USA und China geglättet."

In den USA wird die Wirtschaft im laufenden Jahr um 1,8 bis 2 Prozent wachsen, schätzt der OFI-Experte. In der Eurozone rechnet er mit einem Wachstum zwischen 1 und 1,2 Prozent. "Wir erwarten von der Europäischen Zentralbank, dass sie die Leitzinsen nicht anhebt", sagt Mercadal. Auch am Quantitative-Easing-Progamm dürfte sich nichts ändern. "EZB-Chefin Christine Lagarde wird ihre Kommunikation anpassen müssen, um zu verhindern, dass die Finanzmärkte auf eine Zinssenkung warten", prophezeit der Vermögensprofi.

Substanztitel bieten Chancen
Mercadal empfiehlt in diesem Umfeld Aktien, rät Anlegern allerdings, mit dem Kauf bis zur nächsten Marktkorrektur zu warten. "Internationale Aktien sollten gut abschneiden, aber es könnte sich als noch vorteilhafter erweisen, europäische Micro Caps oder Value-Titel zu kaufen", sagt er.

Der Fondsmanager findet auch chinesische Aktien interessant. Er rechnet damit, dass sich das chinesische Wirtschaftswachstum wegen des neuen Konjunkturprogramms bei 5,5 bis 6 Prozent stabilisieren wird. "Im Fall eines kurzen Rückgangs, der wahrscheinlich bald eintreten wird, bieten jedoch grundsätzlich alle Märkte wieder Chancen", so Mercadal. (fp)