Franklin Resources, die börsennotierte Gesellschaft hinter dem kalifornischen Asset Manager Franklin Templeton, will offenbar den Konkurrenten Legg Mason übernehmen. Dies berichten die Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" und der Finanznachrichtendienst "Bloomberg" übereinstimmend. Beide berufen sich auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Demnach könnte der Milliardendeal noch am Dienstag (18. Februar) offiziell verkündet werden. Die Unternehmen äußerten sich bislang nicht zu den Berichten.

Durch den Zusammenschluss entstünde ein neuer Fondsriese. Franklin Templeton verwaltet ein Vermögen von rund 700 Milliarden Dollar (650 Milliarden Euro). Legg Mason, das als Boutiquendach insgesamt neun Investmenthäuser vereint, verwaltet ein Volumen von 800 Milliarden Dollar (740 Milliarden Euro). Beide Gesellschaften sind an der Börse notiert. Legg Mason kommt auf eine Marktkapitalisierung von 3,5 Milliarden Dollar, Franklin Resources auf 12,1 Milliarden Dollar.

Flucht in Zusammenschlüsse
"Bloomberg" zufolge bieten die Kalifornier 50 Dollar je Legg-Mason-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 23 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs vor Bekanntwerden bei 40,72 Dollar. Der Nachrichtenagentur zufolge will Franklin Resources den Kauf komplett als Bartransaktion stemmen, also keine eigenen Aktien zum Tausch anbieten oder ausgeben.

Mit Franklin Templeton und Legg Mason würden sich zwei eingefleischte aktive Asset-Management-Häuser zusammenschließen. Die klassischen Fondsanbieter sind aufgrund des Preis- und Kostendrucks sowie der wachsenden Konkurrenz durch börsengehandelte Indexfonds (ETFs) zunehmend in Bedrängnis geraten. Im Zuge dessen hatten sich einst etwa Janus und Henderson zusammengetan, um durch Größe Kosten zu drücken und Synergien zu erzielen. Branchenkenner rechnen mit einer Konsolidierung unter den Fondsanbietern.

Aktivist an Bord
Sowohl Franklin Templeton als auch Legg Mason eröffneten eigene ETF-Sparten, um auf das veränderte Wettbewerbsumfeld zu reagieren. Insbesondere die Kalifornier rangen in den vergangenen Jahren mit erheblichen Mittelabzügen. Bei Legg Mason wiederum war vor gut einem Jahr der aktivistische Investor Trian Fund Management eingestiegen. Trian hatte als Ziel ausgerufen, bei Legg Mason die Kosten zu senken und die Umsätze zu steigern, die hinter den Ergebnissen vieler Wettbewerber hinterherhinkten. (ert)