Max Otte hat sich mit seinem im Jahr 2006 verfassten Buch "Der Crash kommt" einen Namen gemacht und gilt seither in der Investmentszene als nicht immer ganz unumstrittener Krisenprophet. Auch das Börsenbeben vom vergangenen Jahr hatte Otte bereits auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim im Januar 2018 an die Wand gemalt, vorerst sollte der Abschwung seiner Meinung nach aber überstanden sein, sagte Otte in seinem jüngsten Vortrag auf dem FONDS professionell KONGRESS in Wien.

Allerdings erwartet er noch in der ersten Amtszeit des US-Präsidenten Donald Trump einen Crash an den Börsen. "Und man wird versuchen, Trump die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben", glaubt Otte. Er rät umsichtigen Anlegern daher, sich defensiver zu positionieren: "Es wird Zeit, vorsichtiger zu werden – viel vorsichtiger."

"Die Schnäppchen gibt es in der Krise"
Dem nächsten Abschwung sieht Otte aber gelassen entgegen: "Wenn es rappelt, wird es spannend", freut sich der Börsenprofi. Viele Anleger würden bei unruhigen Märkten zunächst lieber abwarten, bis sich alles wieder beruhigt hat. "Genau das ist falsch", so der Geldverwalter. Er selbst begebe sich dann mit vollem Elan auf die Suche nach günstigen, vielversprechenden Einzeltiteln für seine Fonds, um so möglichst stark vom nächsten Aufschwung zu profitieren. Denn: "Die Schnäppchen gibt es in der Krise."

Otte sehe sich selbst daher auch weniger als Crashprophet. Für ihn sei nun einfach die Zeit gekommen, die von ihm beratenen Fonds – darunter den PI Global Value und den Max Otte Vermögensbildungsfonds – auf sich ändernde Märkte vorzubereiten. In den vergangenen neun Jahren hatten er und sein Team die Otte-Fonds auf die maximale Aktien-Allokation hochgefahren. Nun hat Otte damit begonnen, Liquidität aufzubauen, um so bestmöglich vom nächsten Crash zu profitieren. "Und wir wollen noch viel mehr Liquidität aufbauen", verriet der Börsianer.

Blase bei Immobilien?
Otte erwartet beim nächsten Sturm übrigens keine galoppierende Inflation. Eher hält er eine Deflation für wahrscheinlicher, was wiederum zu Zahlungsschwierigkeiten bei Immobilien führen könnte. Den Markt rund um das "Betongold" hält er ohnehin für völlig überkauft – ebenso wie den Hype um Bitcoin. (cf)