Das Wachstum schwächelt, die Konjunktur befindet sich im Spätzyklus – und trotzdem ist die Risikobereitschaft der Investoren im vierten Quartal 2019 weiter gestiegen, beobachtet Ariel Bezalel, Chefstratege für Anleihen und Fondsmanager bei Jupiter Asset Management. Treiber der Entwicklung ist dem Experten zufolge das sogenannte FOMO-Phänomen (steht für "Fear of missing out") – sprich: die Angst, etwas zu verpassen – sowie die ausgeweiteten Staatsanleihekäufe seitens der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zur Stabilisierung der Overnight-Repo-Märkte. Bezalel hält diese Denkweise für riskant. Gerade bei globalen Anleiheinvestitionen sei ein defensiver, flexibler Ansatz weiterhin unerlässlich.

Zum Jahreswechsel 2020 scheint die US-Wirtschaft "nackt zu schwimmen", erklärt Bezalel in Anlehnung an eine Analogie des Investmentgurus Warren Buffett (Anm. d. Red.: "Erst bei Ebbe sieht man, wer nackt badet", so das Zitat). "Weder von der Fiskalpolitik noch vom Handel mit China sind Stimmungsaufheller zu erwarten", sagt der Anlageprofi. Zwar dürften die Kurse risikobehafteter Vermögenswerte auf kurze Sicht weiter steigen, solange die Fed an den Geldmärkten interveniert.

Stürmische Zeiten für Risikoanlagen
Sobald die US-Notenbank den Märkten aber ihre Unterstützung entzieht, könnte sich die Entwicklung umdrehen und risikoreiche Anlagen in der Folge verlieren – vor allem, falls sich die Wirtschaftsdaten nicht spürbar verbessern. "Letztlich dürften die einflussreichen, deflationär wirkenden Kräfte der Überschuldung, demografischen Alterung und technologischen Disruption wieder in den Vordergrund rücken und zu niedrigeren Renditen führen", sagt Bezalel. (fp)