Der Vermögensverwalter DJE Kapital erwartet nach der Entscheidung der US-Notenbank weiterhin steigende Zinsen. In einer solchen Situation leiden vor allem Wachstumstitel, erklärt Experte Jens Ehrhardt in einem Marktkommentar. Durch die Kursrückgänge in den vergangenen Monaten sind Growth-Aktien zwar nicht mehr teuer und erscheinen Ehrhardt im Hinblick auf Wachstum und Marktstellung sogar als "aussichtsreich". "Solange die Weltkonjunktur sich weiter positiv entwickelt, dürften Value-Aktien aber das bessere Chance-/Risiko-Verhältnis haben", folgert der Experte. "Ganz im Gegensatz zu den vergangenen 13 Jahren."

Er erwartet, dass künftig nicht nur die Solar- und Windenergie gefördert wird, sondern auch Biomethan aus Gärresten und Gülle, außerdem die Nahrungsmittelproduktion. "Dies dürfte auch den Aktien aus diesem Bereich Rückenwind verleihen", sagt Ehrhardt. Er geht von erheblichen Gewinnsteigerungen bei Agrar-Aktien aus. "Öl-Aktien profitierten schon vor der Krise durch die sehr niedrigen Abschreibungen." Rüstungsaktien wiederum sind seit der Krise bereits um 15 Prozent gestiegen und werden von der beschlossenen Aufrüstung der deutschen Bundeswehr profitieren. 

Konsumlaune sinkt bei nicht notwendigen Ausgaben
Zinssteigerungen durch die Europäische Zentralbank hält Ehrhardt noch für kontraproduktiv. Um die inflationsbedingten Kaufkraftverluste auszugleichen, sind seiner Meinung nach viel mehr strategische Entscheidungen in der Energie- und Agrarpolitik gefragt. Verbraucher geben mehr Geld für Energie aus und weniger für Güter und Dienstleistungen, die nicht unbedingt nötig sind oder sich aufschieben lassen – wie zum Beispiel Reisen. Der Lebensmittelhandel und insbesondere Discounter werden nach seiner Analyse weniger betroffen sein. (fp)