Viele Berater sehen die Flut an Fintechs als Bedrohung ihres Geschäftsmodells. Vor allem das Versprechen, mithilfe computergesteuerter Technik bessere Ergebnisse zu niedrigeren Preisen zu erzielen, gilt als Killerargument "Das aber ist falsch, in den wichtigsten Themen punkten Berater“, sagte Swen Köster, Senior Vice President bei Moventum, in seinem Vortrag auf dem FONDS Professionell KONGRESS in Mannheim.

Wichtigster Grund: "Fintechs versuchen, Erfahrung durch Technik zu ersetzen. Das aber ist überall da zum Scheitern verurteilt, wo Menschen im Spiel sind." Maschinen könnten zwar große Datenmengen in Sekundenbruchteilen analysieren und Muster finden. Was sie nicht können: die Gefühle und wahren Bedürfnisse der Kunden erkennen. "Das ist der große Vorteil des Menschen als Berater: Er ist sich seiner eigenen Fehlbarkeit bewusst und bezieht eigene Verhaltensweisen in sein Kalkül mit ein", so Köster.

Auch Berater kombinieren Mensch und Technik 
Was dazu kommt: Berater setzen Maschinen schon lange ein, nutzen die Vorteile und bieten sie ihren Kunden. Sie fügen aber noch die menschliche Zutat hinzu. Umkehren lässt sich das aber nicht. "Wenn Fintechs versuchen, zur Technik auch noch das Menschliche zu addieren, ist das der Tod ihres Geschäftsmodells", sagt Köster. Echte Berater haben also in jedem Fall die Nase vorne, was die Qualität der Beratung angeht.

Die Nase vorn haben Robos hingegen bei den Kosten. Doch auch hier schränkt Köster ein: Der Aspekt betrifft zum einen den Personalaufwand, wobei hier durch die Regulierung und den damit notwendigen personalintensiven Themen der Abstand zu traditionellen Asset Managern immer weiter schrumpft. Zum anderen setzen Fintechs in der Regel auf kostengünstige ETF-Portfolios. "Diese sind aber nur in steigenden Märkten richtig gut.“ Fazit: Echte Berater sind zwar teurer, aber eben auch besser als Fintechs. (fp)