Die Vermögenspreisinflation lag im dritten Quartal bei 4,8 Prozent. Das geht aus dem Vermögenspreisindex der Kölner Investmentboutique Flossbach von Storch hervor, der entgegen der offziellen Messrate des Statistischen Bundesamtes die Preisentwicklung einer Vielzahl von Vermögensbestandteilen deutscher Haushalte erfasst. Demnach ist das Vermögen der Haushalte der unteren Mittelschicht ist im Preis sogar nur um 2,1 Prozent gestiegen. Im vergangenen Quartal betrug die Preissteigerung über alle Vermögensgruppen hinweg noch 6,8 Prozent.  

Die Preise für Sachwerte (+6 Prozent) und Immobilien (+7,4 Prozent) befinden sich dagegen weiterhin im Aufwind. Finanzwerte wiesen im vergangenen Quartal einen leichten Preisrückgang auf. Hier erlebten lediglich Aktien einen leichten Preisanstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Rentenwerte gaben im dritten Quartal um 2,2 Prozent nach. 

Inflation ist ein breites Phänomen
Notenbanken wie der Europäischen Zentralbank (EZB) sollten diese Zahlen egal sein, findet Thomas Mayer, Direktor des Flossbach von Storch Research Institute. Das Anpeilen von Inflationszielen hält er aus zwei Gründen für falsch: Erstens, weil Inflation ein breiteres Phänomen ist, als die Konsumentenpreise zeigen. Zweitens, weil die Zentralbanken gar nicht die Instrumente haben, um die Inflation zu kontrollieren. Der Experte weist darauf hin, dass die EZB seit Jahren vergeblich versucht, die Kerninflation auf den angepeilten Zielwert zu bringen. (fp)