"Die Geldanlage ist eine unendliche Aufgabe", eröffnet Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege bei Flossbach von Storch, seinen Vortrag auf dem FONDS professionell KONGRESS in Wien. Die Wahl geeigneter Assets sei daher eine, die ewig dauere: "Unser Ziel ist es, mit unserer Geldanlage dessen Wert real zu erhalten und vielleicht etwas darüber." Für Vorndran bedeutet das: Anleger sollten sich auf steigende Verbraucherpreis von in der Spitze bis zu acht Prozent einstellen – und das langfristig.

Als Grund dafür nennt der Kapitalmarktstratege einerseits die temporäre Inflation, die durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken angeheizt wird. "Durch die Corona-Pandemie ist das Geld, das jahrelang gedruckt wurde, nun in der Realwirtschaft angekommen", beobachtet Vorndran. Zusammen mit den steigenden Rohstoffpreisen und den Lieferengpässen haben die Verbraucherpreise dann noch einmal einen Anschub erhalten.

Doch damit nicht genug: "Vor uns steht eine strukturelle Inflation, auf die die wenigsten Vermögenswerte in Europa vorbereitet sind", führt Vorndran weiter aus. Er spricht von den sogenannten "3Ds" als mittel- und langfristige Inflationstreiber: Dekarbonisierung, Deglobalisierung und Demographie.

Sparer werden geopfert
Dennoch erwartet Vorndran kein baldiges Einschreiten der europäischen Notenbank EZB. "Die Zinsen würden entsprechend steigen, wenn die EZB nur könnte", so der Fondsprofi. Doch damit würden die Währungshüter einen Crash am Immobilienmarkt riskieren. "Keine Sorge, das werden sie nicht machen. Sie opfern lieber die Sparer."

Für Vorndran wird es deshalb allerhöchste Zeit, die Portfolios entsprechend umzustelen: Während bislang eine Allokation von rund 50 Prozent Aktien, 30 Prozent Anleihen und jeweils zehn Prozent Gold sowie Cash als gute Diversifikation galt, sieht Vorndran einen neune Asset-Mix als weitaus sinnvoller: 80 Prozent Aktien und jeweils zehn Prozent Gold sowie Cash. Anleihen kommen also so gut wie überhaupt nicht mehr vor. Er plädiert dafür, generell nicht länger in Assets zu denken, sondern "in Unternehmen, die gekommen sind, um zu bleiben". (cf)