Wenn Joey Kelly dieser Tage die Bühne betritt, dann in letzter Zeit nicht nur, um im Rahmen eines Revivals der legendären "Kelly Family" die Bühne zu rocken, sondern auch um, wie etwa beim Wiener FONDS professionell KONGRESS, seine Erfahrungen über Leistbares – und was ein gutes Team dazu beitragen kann – mit seinem Publikum zu teilen.

Und in diesem Bereich verfügt er über einen reichen Erfahrungsschatz, ging seine berufliche Laufbahn doch mit seiner Zeit als Teil der Kelly Family und seiner späteren Karriere als Extremsportler in zwei scheinbar diametral entgegengesetzt Richtungen.

Denn was Extremsportler Joey Kelly in jeder Phase seines Lebens weitergebracht habe, sei die Tatsache, dass er immer ein Ziel, einen Traum und diesen mit Ausdauer verfolgt habe. "Um einen Marathon zu laufen, braucht man ein Ziel, Mut und Leidenschaft", sagte er. "Ich denke, das braucht man auch beim Investieren, bei jeder Arbeit, denn das ganze Leben ist ein Marathon", erklärte Kelly.

Von der Straße gelernt
Sein Leben erscheint auf jeden Fall so. Von Mitte der 1970er-Jahre bis 1994 reiste der achte Spross der Familie, die später als "Kelly Family" legendär werden sollte, mit Eltern und Geschwistern kreuz und quer durch Europa. "Mit der Straßenmusik haben wir angefangen, als wir in Italien einmal ausgeraubt wurden und uns Geld für Essen und eine Übernachtung verdienen mussten", erzählte Kelly. "Von da an stand fest: Eines Tages wollen wir Konzerte geben und große Stadien füllen. Wir haben 18 Jahre gekämpft, zwölf Jahre hatten wir absolut nichts, aber wir haben nie aufgegeben", sagte Kelly. Und der Durchbruch gelang.

Zum Ausdauersport kam Kelly vor 20 Jahren eigentlich nur, weil seine Schwester Patricia einen Triathlon laufen wollte. "Wenn die das kann, schaffe ich das schon lange", sagte sich Joey  – und ging völlig untrainiert an den Start. Die Sache scheiterte zwar kläglich, aber Kelly hatte Blut geleckt. Nun war es sein Traum, einen Triathlon zu schaffen. Er trainiert eisern und packte es. Dieser sportliche Erfolg ist ihm nicht genug, immer neue Ziele steckt sich Kelly und erreicht eines nach dem anderen.

Grenzen gibt es nur im Kopf
Bis heute hat Kelly 49 Marathonläufe absolviert, 31 Ultra-Marathons, neun Wüstenläufe, dreimal ist er das Radrennen "Race Across America" von der West- zur Ostküste der USA gefahren, zehn Wüsten-Ultra-Läufe hat er hinter sich gebracht, außerdem mehr als 100 Halbmarathons, Kurzdistanz-Triathlons und Volksläufe.

Anlässlich des 100. Jahrestags des historischen Wettlaufs zwischen den Polarforschern Roald Amundsen und Robert Falcon Scott nahm Joey Kelly im Dezember 2010 als Mitglied des vierköpfigen deutschen Teams am Wettlauf zum Südpol teil. Inspiriert von Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg, der sich 1981 ohne einen Penny in der Tasche auf einen Fußmarsch von Hamburg nach Oberstdorf im Allgäu begab, startete Joey Kelly im September 2010 ein ähnliches Experiment: In 17 Tagen und 23 Stunden lief 900 Kilometer von Wilhelmshaven bis auf den Gipfel der Zugspitze.

Wie er das alles geschafft hat? "Mit einem Ziel, mit Mut und Leidenschaft eben", sagt er. So seien Höchstleistungen zu erreichen, so würden Träume wahr. "Denn Glück ist kein Zufall", erklärt Kelly, der heute sein eigenes Unternehmen managt, überzeugt. Nicht in der Musik, nicht im Sport – und auch nicht beim Investieren. Da wie dort gilt, was Joeys Vater schon zu der Zeit, als die Familie als Straßenkünstler durch die Städte Europas zog: Erfolg oder Misserfolg lasse sich am Ende nur daran messen, was man am Ende eines Gigs von den Leuten an Geld oder anderen Zuwendungen einsammel konnte. Oder, um es mit Joeys Worten auszudrücken: "Der Hut lügt nicht". (am/hw)