Das Kapitalmarktumfeld ist für Anleger ausgesprochen anspruchsvoll. "Wir rechnen für das Jahr 2022 mit deutlich steigender Volatilität und teilweise regelrechten Zick-Zack-Börsen", sagt Thorsten Schrieber, Vorstandsmitglied beim Vermögensverwalter DJE Kapital. "Anleger sollten die Situation aufmerksam beobachten und dabei besonnen bleiben."

Drei Faktoren machen die Lage besonders herausfordernd: Erstens weiß niemand, wie sich Russland im Krieg mit der Ukraine letztlich verhält. Zweitens steigen sowohl die Rohstoffpreise als auch die Inflation. Und drittens sind die Zinsen im historischen Vergleich weiterhin niedrig. Schrieber zufolge werden diese Faktoren die deutsche Börse weiter belasten. Im Depot bleiben Aktien seiner Meinung nach aber trotzdem ein entscheidender Bestandteil.  Schrieber ist sich sicher, dass die Aktienmärkte sich, wie schon in der Vergangenheit, nach Kurseinbrüchen erholen. "Ihr stärkstes Wachstum zeigten sie oft unmittelbar nach einer Krise", sagt Schrieber.  

Sichere Häfen
Bei der Aktienauswahl kommt es laut Schrieber auf Solidität, geringe Verschuldung, Substanz und nachhaltige Dividendenorientierung an – und auf einen aktiven Investmentprozess. "Dies ist nicht die Zeit für passives Investieren", sagt Schrieber.  Der DJE-Vorstand sieht Chancen unter anderem in der Gesundheitsbranche und im Technologiesektor. Die Automobil- oder Baubranche dagegen könnte aufgrund der Rohstoffknappheit weiter unter Druck geraten. Staatsanleihen und Rohstoffe wie Palladium und Gold sind gute Absicherungsalternativen. "Insbesondere zehnjährige amerikanische Staatsanleihen können eine Rolle als sicherer Hafen spielen", sagt Schrieber. (fp)