Die Investmentgesellschaft Columbia Threadneedle sieht die Wahrscheinlichkeit eines geordneten Brexit bei 60 Prozent. Die restlichen 40 Prozent verteilen sich auf eine Verschiebung des Austrittsdatums und ein No-Deal-Szenario. "Kurioserweise würden in britischem Pfund abgerechnete ungesicherte Engagements bei einem ungeordneten Brexit außerordentlich stark gewinnen und in einem weniger disruptiven Szenario ähnlich stark verlieren", sagt Columbia-Threadneedle-Fondsmanagerin Maya Bhandari. Der Brexit dürfte also in den kommenden Monaten für Pfund-Anleger der wichtigste Einflussfaktor für die Rendite sein.

Generell ist man bei Columbia Threadneedle vorsichtig optimistisch für die Weltwirtschaft. "Konjunkturzyklen sterben nicht an Altersschwäche", sagt Bhandari. Sie geht davon aus, dass das Wirtschaftswachstum zwar in den meisten Regionen nachlassen, aber über dem Trend bleiben wird. "Weder die Inflation noch die Verschuldung bereiten zurzeit große Sorgen", betont die Fondsmanagerin. Absicherungen gegen eine Rezession fände sie deshalb zum jetzigen Zeitpunkt übertrieben.

Asien-Engagement verstärkt
Die britische Fondsgesellschaft engagiert sich derzeit stark an den asiatischen Aktienmärkten – sowohl in Japan als auch in den asiatischen Schwellenländern –, um die dortigen Risikoprämien zu vereinnahmen. "Außerdem haben wir in den Fonds mit Basiswährung britisches Pfund das Engagement im britischen Pfund weiter erhöht, um die Kundenportfolios gegen Brexit-bedingte Wertschwankungen unempfindlicher zu machen", erklärt Bhandari. (fp)