Die vorweihnachtliche Stimmung hat offenbar nicht gereicht, um die Streithähne in der Politik zur Räson zu bringen. Damit bleibt auch eine Entspannung für die Finanzmärkte aus, sagt Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie für den deutschsprachigen Raum bei Blackrock. Anleger müssen sich wohl oder übel von dem Gedanken verabschieden, dass die Kurse zum Jahresende noch einmal anziehen.

Geopolitische Risiken haben die Märkte in diesem Jahr überraschend stark belastet. "Mehrheitlich war für 2018 erwartet worden, dass die Märkte robust genug sind, um Unsicherheiten wie den Brexit, die neue populistische Regierung in Italien oder die Irrwege der US-Politik zu verkraften", sagt Lück. Die Voraussetzung für diese Robustheit war aber, dass die Zinsen trotz starken Wachstums und sprudelnder Unternehmensgewinne niedrig bleiben. Genau diese Kombination habe im laufenden Jahr Risse bekommen, sagt Lück.

Drei Zinsanhebungen im Jahr 2019
Die US-Notenbank Fed hat die Zinsen im laufenden Jahr mehrfach angezogen. "Glaubt man dem 'Dot Plot' der Fed-Gouverneure, dann stehen im Jahr 2019 noch drei weitere Zinsanhebungen auf den Programm", sagt Lück. Er rechnet mit dem nächsten Zinsschritt allerdings nicht vor dem kommenden Sommer. Insgesamt dürfte das Jahr 2019 für Anleger volatiler ausfallen als dieses Jahr – am Ende aber vermutlich weniger verlustreich. (fp)