Portfoliomanager von Allianz Global Investors haben im vergangenen Jahr weltweit an exakt 8.535 Hauptversammlungen teilgenommen und dort über insgesamt 90.000 Aktionärs- und Managementvorschläge abgestimmt. Eine Auswertung des Abstimmungsverhaltens zeigt: Vergütungsvorschlägen von Managern erteilte Allianz GI besonders oft eine Absage. In 52 Prozent aller Fälle lehnte die Allianz-Asset-Management-Tochter solche Vorschläge ab – zehn Prozent häufiger als im Vorjahr.

In der Regel kritisierte die Investmentgesellschaft, dass die Entlohnung der Topmanager nicht eng genug an Unternehmensstrategie und -leistung gekoppelt war, oder sie fand die Anreizsysteme intransparent. "Bei der Managementvergütung sind klare Informationen über Leistungskennzahlen und Ziele entscheidend, damit Investoren die Angemessenheit von Performance-Messungen beurteilen können", sagt Eugenia Unanyants-Jackson, Global Head of ESG bei Allianz GI.

Langfristig denken, Governance stärken
Der Fondsanbieter wünscht sich, dass Unternehmen im Rahmen der Vorstandsvergütung mehr Wert auf die langfristige Entwicklung erfolgskritischer Faktoren legen. "Was die Zusammensetzung der Aufsichtsräte betrifft, wünschen wir uns einen größeren Anteil wirklich unabhängiger Mitglieder", sagt Unanyants-Jackson. Sie betont allerdings, dass ein solcher Schritt allein nicht ausreichen würde, um höhere Governance-Standards zu erreichen.

Besonders unzufrieden mit den Gehaltswünschen der Manager war Allianz GIam Kapitalmarkt Hongkong. Dort stimmte das Unternehmen im Jahr 2018 gegen 95 Prozent aller Vergütungsvorschläge. In Großbritannien lehnte es dagegen nur 16 Prozent aller Vergütungsvorschläge ab. Damit haben britische Unternehmen bei der Einhaltung von Corporate-Governance-Standards international die Nase vorn. (fp)