Die Daten sind weder neu noch überraschend – aber in ihrer Klarheit doch immer wieder beeindruckend: Aktieninvestments zahlen sich auf lange Sicht aus, egal, wie viele Kriege, Katastrophen, wirtschaftliche Auseinandersetzungen und politische Instabilität die Kapitalmärkte zwischenzeitlich zu überwinden haben. Das belegen mehrere voneinander unabhängige Statistiken.

Nun hat der Asset Manager Schroders IM beispielhaft ausgerechnet, wie sich ein Startkapital von 1.000 US-Dollar seit dem Jahr 1989 entwickelt hat, wenn man es seither unter der heimischen Matratze versteckt (blaue Säulen in nachfolgender Grafik) oder in den weltumspannenden MSCI World Index angelegt hätte (rote Säulen).

Wie hat sich der Wert von 1.000 US-Dollar seit 1989 entwickelt?

Quelle: Schroders IM

Das Ergebnis spricht für sich: Im ersten Fall ist das Vermögen gemessen an der heutigen Kaufkraft auf nur noch 232 US-Dollar zusammengeschrumpft. Im zweiten Fall wären immerhin 1.983 US-Dollar daraus geworden – ebenfalls nach Abzug der jährlichen Inflation. In Summe entspricht das einer jährlichen Wertsteigerung von rund 2,5 Prozent unter Berücksichtigung der Geldentwertung. 

Für die Analysten von Schroders ist das ein klarer Erfolgsausweis von Börseninvestments. Denn die letzten 30 Jahre waren geprägt von einigen der größten Aktienmarkteinbrüchen der Geschichte – und wenn man nur lange genug sucht, lässt sich im Grunde für jedes Jahr ein vermeintlich "guter Grund" finden, weshalb man von Aktien besser die Finger lassen sollte.

Bereits im Jahr 1990 ließ eine Bankenkrise in Japan die Märkte weltweit einbrechen. Dann platzte nach einer längeren Aufschwungphase zur Jahrtausendwende die sogenannte Dotcom-Blase. Die verheerenden Terroranschläge am 11. September 2001 in New York führten zu einer weltweiten Konjunkturschwäche. Im Jahr 2008 brach mit dem Kollaps des Wohnimmobilienmarkts in den USA eine weltweite Finanzkrise von historischem Ausmaß aus: Allein im Jahr 2008 brach der MSCI World Index um 40,3 Prozent ein. Es folgte die Staatschuldenkrise in Europa, der Angriff der Russen auf die Ukraine, und zuletzt sorgte schließlich der Brexit-Entscheid für weitere Turbulenzen an den Kapitalmärkten. 

Die Aktienmärkte trotzen allen Krisen
Und trotz allem ließen sich am Aktienmarkt immer wieder solide Renditen erwirtschaften. Nick Kirrage, Fondsmanager im Schroders Value Equity Team, fordert daher Anleger dazu auf, sich nicht vor Kurseinbrüchen und Krisen zu fürchten, und stattdessen unabhängig von der aktuellen Lage Ruhe zu bewahren und langfristig in Aktien investiert zu bleiben: "Die Wahrheit ist, dass es keinen perfekten Zeitpunkt gibt, um am Aktienmarkt zu investieren. Wenn Sie auf einen solchen Zeitpunkt warten, werden Sie für immer in Barmitteln investiert bleiben und auf längere Sicht wesentlich schlechter dastehen." (fp)