Die Uniqa Insurance Group geht wegen des zu Jahresbeginn angekündigten Investitionsprogramms von einem deutlichen Gewinnrückgang aus. Das Ergebnis vor Steuern für 2016 wird sich voraussichtlich um bis zu 50 Prozent im Vergleich zum Rekordergebnis des Vorjahres reduzieren, geht aus einer Mitteilung des Konzerns vom Donnerstag hervor. Dennoch werde beabsichtigt, die jährliche Ausschüttung je Aktie zu steigern.

Wie berichtet, startete die Uniqa im Jänner das nach eigenen Angaben größte Innovationsprogramm in ihrer Unternehmensgeschichte. Der gemessen an den Gesamtprämien zweitgrößte Versicherer des Landes will in den nächsten zehn Jahren rund eine halbe Milliarde Euro in das "Re-Design" des Geschäftsmodells, den dazu notwendigen personellen Kompetenzenaufbau und die erforderlichen IT-Systeme investieren. Dies werde nun zu einem guten Teil bereits ergebniswirksam, heißt es.

Darüber hinaus belasten aber auch das anhaltende Niedrigzinsumfeld, sinkende Kapitalerträge und politische Unsicherheiten in einzelnen Märkten die Geschäftsentwicklung. Die Nettoerträge aus Kapitalanlagen sind im ersten Halbjahr um mehr als ein Viertel auf 301,5 Millionen Euro gesunken. Unterm Strich lag das Ergebnis vor Steuern bei 106,2 Millionen Euro – ein Minus von 44,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Proaktive Rücknahme der Einmalerläge
Die verrechneten Prämien inklusive der Sparanteile der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung sanken um 7,7 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro. Grund hierfür sei das plangemäß zurückgefahrene Einmalerlagsgeschäft in der Lebensversicherung. Während sich diese um 36,2 Prozent auf weniger als 550 Millionen Euro reduzierten, stiegen die laufenden Konzernprämien um 1,4 Prozent auf mehr als 2,7 Milliarden Euro.

"Das Minus bei den verrechneten Prämien ist ausschließlich darauf zurückzuführen, dass wir das Einmalerlagsgeschäft bewusst deutlich zurückgefahren haben, weil dieses viel Kapital bindet und vor allem im gegenwärtigen Zinsumfeld weniger ertragreich und für unsere Kunden nicht attraktiv ist. Positiv sehe ich, dass wir die um die Einmalerläge bereinigten laufenden Konzernprämien steigern und sowohl in der Schaden- und Unfallversicherung als auch in der profitablen Krankenversicherung unseren Wachstumskurs fortsetzen konnten", sagt Konzernchef Andreas Brandstetter. (dw)